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Mythos #RG-4: “Einstieg”

🇩🇪 Version »Neufassung« – Inspiriert durch: „Dr. Raphael Gaßmann“:
„Cannabis ist eine Einstiegsdroge.“ [1].
Es ist so wie, wenn man sagen würde: Cannabis ist als Substitutionsmittel nicht geeignet, da es eine Droge ist, die eine neue Sucht fördert[#MIX-07].
Ohne dass nur einer einzigen Studie ein Nachweis gelungen wäre, wurde und wird das immer wieder so gesagt. Sowohl die unbegründete Erfindung der „Flashbacks“ als auch die Erwähnung der „Einstiegsdroge“ stellen die beliebtesten Aussagen aller Cannabis-Verbotsbefürworter dar, insbesondere die der konservativen Katholiken.
Dabei haben etliche der Erwachsenen schon Erfahrungen mit Cannabis gemacht, andere (verbotene) Drogen werden jedoch nur von weniger als ein Prozent der Nutzer konsumiert. Nicht einmal der zuvor häufig gerauchte Tabak wird als Einstieg, der zum Konsum anderer Substanzen verleitet, beschrieben. Auch Substanzen, wie Kaffee, Alkohol und anderen wird dieses komischerweise nie nachgesagt, es sei ein Einstiegsmittel.
In Begründungsnot wird von Verbotsbefürwortern gern gesagt, dass der illegale Cannabis-Markt auch andere Drogen bereitstellen und damit zu deren erhöhter Verfügbarkeit beitragen würde. So werden wieder die Folgen der Prohibition zu Rechtfertigungen der Verbote gedeutet. Es wird von denen nie gesagt, es sei problematisch, dass in Supermärkten neben dem Bier auch häufig hochprozentiger Schnaps verfügbar sei.
In den Niederlanden gibt es, übrigens erfolgreich, Coffeeshops und in Spanien die Cannabis-Sozial-Clubs (CSC) – größere Konsum-Probleme als in Deutschland bestehen dort aber auf keinen Fall deswegen.
Anmerkungen:
“Mit der gleichen Logik kann man natürlich sagen, dass Muttermilch eine Einstiegsdroge ist, denn die meisten jenigen, die auch später Heroin genommen haben, haben vorher auch Muttermilch zu sich genommen.“ [2]. 
Aller erste Einstiegsdroge ist also die Muttermilch, dann kommt der Umstieg auf den gefährlichen Schnuller! Manche lutschen auch noch Ewigkeiten nach der Schnuller Ära den Daumen als dritte Droge...
Studien zeigen sogar, dass Cannabis eine „Ausstiegsdroge“ und keine „Einstiegsdroge“ ist. Zahlreiche Studien haben ergeben, dass Menschen oft andere Substanzen konsumieren, bevor sie jemals Cannabis konsumieren, darunter Alkohol, Tabak und Arzneimittel. – So wird berichtet, dass durch Cannabis-Konsum sich das Verlangen nach einigen Stimulanzien verringern kann. Bei Alkoholikern wird auch immer wieder beschrieben, dass Cannabis hilfreich beim Ausstieg aus dem Alkoholismus sein kann. Ähnlich verhält es sich auch bei manchen Tabak-Konsumenten.

    🇬🇧 Version aus der 🇩🇪 »Neufassung«:

    „Cannabis is a gateway drug.“ [1].
    It's like saying:  “Cannabis is not suitable as a substitute because it is a drug that promotes a new addiction[#MIX-07].
    Without a single study having been able to provide proof, this has been and is said again and again. Both the unfounded invention of 'flashbacks' and the mention of the 'gateway drug' represent the most popular statements of all cannabis prohibition advocates, especially conservative Catholics.
    A number of adults have already had experience with cannabis, but other (banned) drugs are used by less than one percent of users. Not even the previously frequently smoked tobacco is described as a starting point that tempts people to consume other substances. Strangely enough, substances such as coffee, alcohol and others are never said to be a gateway.
    In need of justification, supporters of the ban like to say that the illegal cannabis market would also provide other drugs and thus contribute to their increased availability. Thus, the consequences of prohibition are again interpreted as justifications for prohibitions. They never say, it's a problem that high-proof schnapps is often available in supermarkets alongside beer.
    There are coffee shops in the Netherlands, which are successful, by the way, and the Cannabis Social Clubs (CSC) in Spain – but this is by no means the reason, why there are greater consumption issues than in Germany.
    Added notes:
    “With the same logic, you can of course say that breast-milk is a gateway drug, because most of those who later took heroin also took breast-milk beforehand.” [2].
    The very first gateway drug is breast-milk, then comes the switch to the dangerous pacifier! Some people still suck their thumbs as a third drug, even ages after the pacifier era...
    Studies even show that cannabis is an “exit-drug” rather than a “gateway-drug.” Numerous studies have found that people often use other substances before ever using cannabis, including alcohol, tobacco, and pharmaceuticals. – It is reported that cannabis consumption can reduce the craving for some stimulants. Alcoholics frequently say that cannabis can be helpful in getting out of alcoholism. The situation is similar for some tobacco consumers.

      Verweise:

      1. Quelle der Inspiration: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/benebelt-ist-vor-allem-die-verbotspolitik; Dr. Raphael Gaßmann – Ausgabe 37/2021.
      2. Video: LEAP Gründung in Deutschland - Wolfgang Nešković (09.01.2016, Zeitmarke: 10:57) – Law Enforcement Against Prohibition (LEAP) Deutschland.
      • Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/La_Guardia_Committee * Das LaGuardia Committee (deutsch: LaGuardia-Komitee) untersuchte im Auftrag des New Yorker Bürgermeisters Fiorello LaGuardia von 1938 bis 1944 die Gefahren von Cannabis und widerlegte systematisch die Behauptungen des Finanzministeriums der Vereinigten Staaten (US Treasury Department), dass das Rauchen von Marihuana zu Wahnsinn führe, die körperliche und geistige Gesundheit verschlechtere, kriminelles Verhalten und Jugendkriminalität befeuere, körperlich abhängig mache, und eine „Einstiegsdroge“ für gefährlichere Drogen sei.

      Erstellt am: 26.07.2022,
      Bearbeitet: 09.02.2026.

      SchlagworteNebelkerze (Scheinargument)Einstiegsdroge, Einstiegsdrogen, Hypothese, These, Theorie; Einstiegsprozesse, Einstiegsprozess; Flashback, Flash-Back, Flash-Backs; Abstinenz, Entzug; Substanzen; Brandmarkung, Stigmata, Stigmatisierung; Milch.

      Mythos #58: “Nötigung“

      🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung« (Erweitert):

      „Die Leute kaufen Alkohol, Koffein und Tabak, aber illegale Drogen werden den Menschen aufgedrängt.“

      Diese Vorstellung ist zutiefst fehlerhaft.

      Die meisten Menschen sind durch Freundschaftsnetzwerke illegalen Drogen ausgesetzt, während legale Drogen wie Alkohol tatsächlich über Werbung und Sponsoring auf die Menschen gedrängt werden. Des Weiteren werden sie durch starke kulturelle Normen weiter unter Druck gesetzt, Alkohol zu konsumieren, um zu „feiern“, „Spaß zu haben“ und „dazu zu gehören“.

      Es ist also eher wahrscheinlich, dass Menschen zu legalen Drogen „gedrängt“ werden.

      Anmerkungen:

      Die Normvorgaben und die Zwänge des gesellschaftlichen Lebens machen Alkohol, Zigaretten (Tabak) und Kaffee oftmals zu einer Einstiegsdroge. Es passiert sehr oft im Leben, dass Gäste sich genötigt fühlen, auf benannte Dinge in sozialen Kontext „einzusteigen“. Auch gängige Reklame stiftet Menschen häufig dazu an.

      🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

      „Die Leute entscheiden sich dafür, Alkohol zu kaufen, aber illegale Drogen werden umworben.“

      Die überwiegenden Menschen sind illegalen Drogen über Freundschaftsnetzwerke überlassen, während Alkohol den Menschen über Reklame, Sponsoring und große kulturelle Vorgaben aufgedrängt wird, um zu „feiern“, „Freude zu haben“ und „mitzumachen“.

      🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

      “People choose to buy alcohol, caffeine and tobacco, but illegal drugs are pushed on people.”

      This notion is deeply flawed.

      Most people are exposed to illicit drugs through friendship networks, whereas, legal drugs such as alcohol are actually pushed on people via advertising and sponsorship, and they are further pressured to use alcohol by powerful cultural norms to “celebrate”, “have fun” and “join in”.

      So, if anything people are more likely to be “pushed” into legal drugs.

      Added notes:

      The standard specifications and the constraints of social life make alcohol, cigarettes (tobacco) and coffee often to a "gateway drug". It happens very much in life that guests feel compelled to "go into" named things in a social context. Even common commercials frequently encourages people to do so.

      🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

      “People choose to buy alcohol, but illegal drugs are pushed.”

      Most people are exposed to illicit drugs through friendship networks, whereas, alcohol is pushed on people via advertising, sponsorship and powerful cultural norms to “celebrate”, “have fun” and “join in”. [12.11.2021,Twitter].

      Erstellt am: 10.11.2021,
      Bearbeitet: 21.05.2022.

      Schlagworte: Norm, Normen; Gesellschaftlicher, sozialer Drang; Aufdrängen, Drängen; Verhalten, Verhaltensmuster, Verhaltensweisen; Einstiegsdroge, Einstiegsdrogen, Hypothese, These, Theorie; Substanzen.

      Mythos #14: “Einstiegsdroge”

      🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung« (Erweitert):

      „Cannabis ist eine Einstiegsdroge, die zu Sucht und »harten« Drogen führt.“

      Es stimmt nicht, dass die meisten (jungen) Erwachsenen, die Cannabis konsumiert haben, auch meistens dazu übergegangen sind, andere Drogen zu konsumieren. Weder sind sie zwingend „süchtig“ geworden, noch auf andere Drogen eingestiegen.

      Viele Präsidenten der USA haben erfolgreich Cannabis ohne jeglichen Gateway-Effekt konsumiert.

      Anmerkungen:

      "Wäre Cannabis unter natürlicher, nicht kriminalisierter Anwendung wirklich eine Einstiegs- und Suchtdroge, dann wären schon viele traditionell Cannabis-konsumierende Völker der Weltgeschichte daran zugrunde gegangen."

      Warum ist eine solche Schrittmacher-Funktion bei Alkohol, Tabak und anderen Dingen des Lebens kaum oder gar nicht gegeben? Man könnte sagen, dass es ein Einstieg in den Schwarzmarkt ist und daher auch mit anderen Substanzen in Kontakt kommen kann.

      Cannabis als Droge, bzw. Substanz an sich verleitet nicht dazu, mit anderen Substanzen anzufangen oder umzusteigen, sei gesagt!

      • Die meisten Menschen, die gerne Bier trinken, steigen auch nicht zwingend (dauerhaft) auf »hochprozentige« Spirituosen um.
      • Auch Kaffeetrinker wechseln nicht generell (permanent) zu »starken« Schwarz-Tee hinüber.

      Was man aber sagen kann, dass Muttermilch ein Teil des Einstieges in das Leben ist, das mit einer Abhängigkeit von körpereigenem Cannabinoid-System und dem THC nahen Anandamid steht.

      Harte und Weiche Drogen:

      Die Trennung zwischen „weich“ und „hart“ bei Drogen als Substanz ist wissenschaftlich gesehen völliger Unsinn. Substanzen sind weder weich (harmlos) noch hart (aggressiv) in ihrer Wirkung.

      Eher gibt es weiche (niedrig dosierte) und „harte (hoch dosierte) Konsumformen bzw. Konsummuster, und die gibt es, egal ob bei Alkohol, Tabak, Kokain oder Cannabis.


        🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

        „Cannabis ist eine Einstiegsdroge, die zu Sucht und »harten« Drogen führt.“

        Unwahr, die meisten Erwachsenen, die Cannabis konsumiert haben, sind weder zu anderen Drogen gewechselt, noch sind sie „Süchtige“ geworden.

        Zahlreiche US-Präsidenten haben Cannabis erfolgreich ohne Gateway-Effekt  konsumiert.


          🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan) – Erweitert:

          “Cannabis is a gateway-drug that leads to addiction and »hard« drugs.”

          Untrue, most (young) adults have used cannabis and most have not progressed onto using other drugs, nor have they become “addicts”.

          Many Presidents of the USA all successfully used cannabis without any gateway-effect.

          Added notes:

          "If cannabis were really a gateway and addictive drug under natural, non-criminalised use, then many traditionally cannabis-consuming peoples in world history would have perished because of it."

          Why is this kind of pacemaker function hardly or not at all available with alcohol, tobacco and other things in life? People might say that it is an entry into the black market and can therefore come into contact with other substances as well.

          Cannabis as a drug, or rather substance in itself does not tempt you to start or switch to other substances, let it be said!

          • Most people who like to drink beer do not necessarily (permanently) switch to »high-proof« spirits.
          • Even coffee drinkers do not always (permanently) switch over to »strong« black tea.

          What can be said, however, is that breast-milk is part of the “entry” into life, which is associated with a dependence on the body’s own cannabinoid-system and anandamide, which is close to THC.

          Hard and Soft Drugs:

          The distinction between 'soft' and 'hard' when it comes to drugs as a substance is scientifically utter nonsense. Substances are neither soft (harmless) nor hard (aggressive) in their effect.

          Rather, there are 'soft' (low doses) and 'hard' (high doses) forms of consumption or consumption patterns, and there are, regardless of whether it's alcohol, tobacco, cocaine or cannabis.


            🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

            “Cannabis is a gateway-drug that leads to addiction and »hard« drugs.”

            Untrue, most adults have used cannabis and haven't progressed onto other drugs, nor have they become “addicts”.

            Numerous USA Presidents have successfully used cannabis without any gateway-effect. [04.11.2021,Twitter].


              Verweise:

              Erstellt am: 10.11.2021,
              Bearbeitet: 15.10.2025.

              Schlagworte: Einstiegsdrogen-, Hypothese, These, Theorie; Umstieg, Umsteigen, Wechsel; Hart, Harte Stoffe, Weich, Weiche Substanzen; Substanzgebrauchsstörung; Muttermilch, Säugetier-Milch.