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Mythos #FPS-02: “Sucht”

🇩🇪 „Cannabis-Patienten missbrauchen ärztliche Rezepte für ihre Sucht.“

Lüge – Die Mehrheit der medizinischen und freizeitlichen Cannabis-Konsumenten hat keine Substanzgebrauchsstörung (SUD). Jene reißerische Verknüpfung mit „Sucht“ ist destruktiv, zumal die Begrifflichkeit unwissenschaftlich und diskriminierend ist. [1].
Sucht kommt von Siechtum und ist eher eine Beleidigung als ein Fachbegriff. Praktisch alle aktuellen Dokumente, die sich mit dem Thema wissenschaftlich auseinandersetzen, meiden den Begriff. Menschen, die keine Minderheiten diskriminieren wollen, mögen sich dem anschließen. [2].
Die Differenzierung von physischer und psychischer Abhängigkeit ist zudem sehr vereinfacht bzw. veraltet. [3].

🇬🇧 „Cannabis patients abuse medical prescriptions for their addiction.“

Lie – The majority of medicinal and recreational cannabis users do not have a Substance Use Disorder (SUD). That lurid association with 'addiction' is destructive, especially since the terminology is unscientific and discriminatory. 
Addiction comes from infirmity and is more of an insult than a technical term. Practically all current documents that deal with the topic scientifically avoid the term. People who do not want to discriminate against minorities may agree. 
The differentiation between physical and psychological dependency is also very simplified or outdated.

Verweise:

  • Dr. Fabian Pitter Steinmetz:

  1. https://twitter.com/docsteinmetz/status/1506605168321777677 “Die Mehrheit der medizinischen & freizeitlichen...“ (23.03.2022).
  2. https://twitter.com/docsteinmetz/status/1506615180767252485 “Sucht kommt von Siechtum ...“ (23.03.2022).
  3. https://twitter.com/docsteinmetz/status/1506615682712190979 “Die Differenzierung von physischer & psychischer ...“ (23.03.2022).

Erstellt am: 23.03.2022,
Bearbeitet: 10.11.2022.

Schlagworte: Sucht, Süchtig, Süchtige, Süchtigen; Substanzgebrauchsstörung (SUD), Substanzgebrauchsstörungen; Sucht-Befriedigung/Zufriedenstellung; falscher Gebrauch, Missbrauch, missbräuchliche Verwendung, Zweckentfremdung; Vorurteil, Stigmata, Stigmatisierung, Brandmarkung; Substanzen.

Mythos #69: “Allmächtig”

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

„Einmal ein Süchtiger, immer ein Süchtiger.“

Die Vorstellung, dass jemand, der einmal ein bestimmtes Problem hat, für immer daran gefangen bleibt, ist Unsinn.

Jeder Mensch ist anders und jede Substanz und jeder Kampf mit Sucht ist anders. Wichtig ist auch, dass eine Person nicht süchtig ist – ihre Identität ist viel reicher, breiter und facettenreicher. Die Vorstellung einer allmächtigen, übergreifenden Identität ist schädlich und irreführend.

Ergänzungen:

Der Begriff »Sucht« (starkes Verlangen) kommt im Ursprung von „Siechen“ (bzw. Siechtum), es bedeutet Leid, Krank sein, und verbindet sich mit Gebrechlichkeit. Wenn jemand unter seinem Konsum leidet, dann hat er eine Sucht. Ist es nicht so, dann ist die Spanne halt sehr weit. Von Sucht spricht man aber mittlerweile wirklich nicht mehr, Substanz-Konsumstörungen (SUD) beschreiben es eher.

Konsumenten leiden jedoch sehr häufig darunter, dass der Begriff „Sucht“ in herablassender und stigmatisierender Weise gegenüber ihnen verwendet wird. Das Diskriminieren von Konsumenten als Süchtige kann für vulnerable (sensible) Personen hohe psychische Stressbelastung darstellen. 

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

„Einmal süchtiger, immer süchtiger.“

Die Darstellung, dass Menschen für immer gefangen bleiben, ist Blödsinn. Jeder Mensch ist anders.

Wichtig ist auch, dass das Ausdruck Sucht, reduktionistisch (verallgemeinernd), schädlich und irreführend ist – ihre Persönlichkeit ist viel unbegrenzter, größer und vielseitiger.

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

“Once an addict, always an addict.”

The idea that once anyone has a particular problem then forever they’ll remain captive to it, is nonsense.

Each person is different and each substance and struggle with addiction is different. Importantly too, a person is not an addict, their identity is much richer, broader and multi-faceted. The notion of an all-powerful overarching identity is damaging and misleading.

Additions:

The term 'addiction' (strong desire) comes from the origin of 'infirmity' (or sickness), it means suffering and being fragility. If someone suffers from their consumption, then they have an addiction. If not, then the range is very wide. However, one really no longer speaks of addiction, substance use disorders (SUD) describe it more.

However, consumers very often suffer when the term 'addiction' is used in a condescending and stigmatizing way towards them. The discrimination of consumers as addicts can represent a high level of psychological stress for vulnerable (sensitive) persons.

🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

“Once an addict, always an addict.”

The idea that people forever remain captive is nonsense. Each person is different. Importantly too, the label addict is reductionist, damaging and misleading, their identity is much richer, broader and multi-faceted. [13.11.2021,Twitter].

Verweise:

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 23.10.2022.

Schlagworte: Sucht, Süchtige, Süchtigen, Süchtig; Krankheit, Gesundheit; Diskriminierung, Abgrenzung, Brandmarkung, Stigmatisierung, Stigmata; Psychologie, Psyche, Stress-Psychose, Psychosen; Substanzen; Substanzgebrauchsstörung.

Mythos #28: “Stigmata”

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«

„Um Stigmatisierung zu verhindern, müssen wir Sucht als Krankheit verstehen.“

Ja, wir wollen Stigmatisierung verhindern, aber Sucht (Abhängigkeit) ist keine Krankheit.

Der wirksamste Weg, Stigmatisierung zu verhindern, besteht darin, die Drogen-Ideologie und Trennung (Apartheid) aus der Gesellschaft zu beenden und die heuchlerische und fehlerhafte soziale Konstruktion von „Drogen“ in Frage zu stellen.

Anmerkungen:

Der Begriff „Sucht“, etymologisch von „Siechtum“ kommend = „krankheit“, ist ein Wort, welches Diskriminierung fördert und tendenziell ein stigmatisierender, irreführender Ausdruck!

Menschen, die keine Minderheiten diskriminieren wollen, sollten dieses Wort nicht gebrauchen, denn dieses kann auf sensible Personen sehr verletzend wirken. Der Begriff „Substanzgebrauchsstörung“ (SUD) wäre ein etwas angemessener Begriff, der von vielen Experten empfohlen wird.

Vorteilhafter scheint es, dieses als „regelmäßigen“ oder „sich wiederholender“ Konsum zu beschreiben!

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

„Um Stigmatisierungen vorzubeugen, müssen wir Sucht als Krankheit begreifen.“

Ja, wir wollen Stigmatisierungen abwenden, aber Sucht ist keine Krankheit.

Der effektivste Weg, Stigmatisierung abzuwenden, besteht darin, die Drogen-Ideologie und Trennung (Apartheid) zu aufgeben und die verlogene und inkorrekte soziale Konstruktion von „Drogen“ in Frage zu stellen.

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

“To prevent stigma, we need to understand addiction as a disease.”

Yes, we want to prevent stigma, but addiction is not a disease. The most effective way to prevent stigma is to end the drug apartheid and challenge the hypocritical and flawed social construction of “drugs”.

Added notes:

The term "addiction", etymologically coming from "infirmity" (sickness), is a word that promotes discrimination and is a rather stigmatizing, misleading term!

People who do not want to discriminate against minorities, should not use this word, because it can be very offensive to sensitive people. The term “substance use disorder” (SUD) would be a somewhat appropriate term, recommended by many experts.

It seems more beneficial to describe this as “regular” or “repetitive” consumption!

“To prevent stigma, we need to see addiction as a disease.”

We want to prevent stigma, but addiction is not a disease. The most effective way to prevent stigma is to end the drug apartheid and challenge the hypocritical and flawed social construction of “drugs”. [06.11.2021,Twitter].

Verweise:

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 18.05.2024.

Schlagworte: Sucht, Süchtig, Süchtige, Süchtigen; Substanzgebrauchsstörung (SUD), Substanzgebrauchsstörungen; Siechtum = Gebrechen, Schwäche; Abhängigkeit, Abhängig; Akzeptanz, Anerkennung, Würdigung; Psychologie, Psychosomatik, Psyche, Stress; Brandmarkung, Stigmatisierung, Stigmata; Substanzen.