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Mythos #MIX-06: "Chemie"

🇩🇪 „Chemische Drogen sind gefährlicher als Natürliche, Pflanzliche.“ [1].

Das ist ein irrtum über Subtanzen. – Die Bezeichnung Droge sagt, als Oberbegriff, allerdings nichts über das Schadenpotential aus, sondern definiert Stoffe, die keine Nahrungsmittel sind, aber Veränderungen im Körper und in der Psyche (Seele) auslösen.

Das Schadenpotential von Substanzen, die unter dem Begriff Drogen zusammengefasst werden, ist z.B. der Fachbereich eines Toxikologen. Cannabis ist nicht weniger oder mehr Droge als andere Substanzen, nur weil die eine vergleichsweise verträglicher erscheinen mag.
🇩🇪 „Biologische Natur ist gut, synthetische Chemie ist schlecht.“ [2].
Viele Menschen denken, dass natürliche Stoffe ohne Risiken sind, als chemisch, bzw. synthetisch hergestellte Produkte. – Diese Regel gilt jedoch nicht gänzlich.
Die Erfahrungswerte zeigen, dass Menschen beispielsweise das Krebsrisiko von Pestiziden, gegenüber dem Krebsrisiko biologisch natürlicher Stoffe, falsch einschätzen. – Diese einseitige Risikowahrnehmung wird auch "intuitive-Toxikologie" benannt.
Es gibt durchaus viele Naturstoffe, die extrem giftig bis tödlich sein können. Als Beispiele für sehr giftige Stoffe aus Pflanzen seien genannt: das "Atropin" aus Tollkirsche, oder "Amanitin" im Knollenblätterpilz und "Taxin" aus der Eibe. – Und ja, korrekterweise sind diese Stoffe Biologische-Chemikalien.
Die benannten Pflanzen und viele weitere wurden früher und werden teilweise sogar heutzutage immer noch als Heilpflanzen verwendet.
Eine nach wie vor gültige Aussage von Paracelsus besagt: „Die Dosis macht das Gift.“ – Angemessen dosiert eingesetzt, können sie “gut” sein. Eine zu hohe Dosis kann “böse” Auswirkungen mit sich bringen.
Auch bei synthetisch hergestellten Chemikalien ist dies der Fall. In kleinen Mengen können sie sehr hilfreich sein, aber in größeren Mengen können sie schwerwiegende Vergiftungen verursachen. – Natürliche und synthetische Chemikalien verhalten sich in dieser Hinsicht gleich.
Fazit:
Die Natur mit ihren natürlichen Chemikalien ist nicht immer gut. Synthetische Chemikalien sind nicht nur böse. Die Dosis macht das Gift. Es ist ratsam, immer sorgfältig abzuwägen. Verallgemeinerungen berücksichtigen die Situation selten angemessen.
🇩🇪 „Medikamente aus Erdöl sind schädlicher als Heil-Pflanzen mit vielen Wirkstoffen.“
Viele Medikamente auf Erdölbasis, wie zum Beispiel Ibuprofen, bestehen überwiegend nur aus „Einzelwirkstoffen“. Oftmals müssen zusätzlich Medikamente wie Magenschutz-Tabletten (Pantoprazol) verschrieben werden, um schädliche Auswirkungen zu minimieren. [3].
Anders wird es bei vielen Heil-Pflanzen beschrieben, die auch Wirkstoffe enthalten, die ein Gleichgewicht herstellen können. So zum Beispiel Cannabis, bei dem Terpene in einem Wechselspiel mit Cannabinoiden stehen können – Man diskutiert dieses gelegentlich als “Entourage-Effekt”. [4].
Jedoch gilt auch hier in beiden Fällen die Paracelsus-Regel. – Man kann es nicht verallgemeinern, dass Medikamente auf Erdölbasis für jeden Nutzer schädlich sein müssen. – Pflanzen mit einem hohen Potenzial an verschiedenen Inhaltsstoffen können bei einigen Personen problematisch sein, sei es als Beispiel wegen Allergien gegen bestimmte Terpene oder anderen Stoffen in den Pflanzen. – Aus solcherlei Gründen trennt man oftmals Substanzen in „Einzelwirkstoffe“.


🇬🇧 “Chemical drugs are more dangerous than natural, plant-based drugs.”

This is a misconception about substances. – The term drug, as a generic term, says nothing about the potential for harm, but rather defines substances that are not food, but that trigger changes in the body and psyche (soul). 
The harm potential of substances that are summarized under the term drugs is, for example, the area of ​​expertise of a toxicologist. Cannabis is not less or more of a drug than other substances, just because one may seem comparatively more tolerable.

🇬🇧 “Biological nature is good, synthetic chemistry is bad.”

Many people think that natural substances are less risky than chemically or synthetically produced products. – However, this rule does not apply entirely.
Experience shows that people, for example, misjudge the cancer risk of pesticides compared to the cancer risk of biologically natural substances. – This one-sided risk perception is also called “intuitive-toxicology”.
There are many natural substances that can be extremely toxic or even fatal. Examples of very toxic substances from plants include: “atropine” from Atropa (belladonna), or “amanitin” in the death-cap-mushroom (Amanita phalloides) and “taxine” from the yew-tree (Taxus). – And yes, these substances are correctly biological-chemicals.
The named plants and many others were used as medicinal plants in the past and are still used today.
A still valid statement from Paracelsus says: “The dose makes the poison.” – Used in appropriate doses, they can be “good”. Too high a dose can cause “nasty” effects.
This is also the case with synthetically produced chemicals. In small quantities they can be very helpful, but in larger quantities they can cause serious poisoning. – Natural and synthetic chemicals behave the same in this respect.
Conclusion:
Nature with its natural chemicals is not always good. Synthetic chemicals aren't just evil. The dose makes the poison. It is advisable to always consider carefully. Generalizations rarely adequately take the situation into account.

🇬🇧 „Medicines made from petroleum are more harmful than medicinal-plants with many active ingredients.“

Many petroleum-based medications, such as ibuprofen, consist primarily of “individual active ingredients”. Often additional medications such as stomach-protection tablets (Pantoprazole) must be prescribed to minimize harmful effects.
It is described differently with many medicinal-plants, which also contain active ingredients that can create balance. For example, cannabis, in which terpenes can interact with cannabinoids - this is sometimes discussed as the “entourage effect”.
However, the Paracelsus-rule also applies here in both cases. – One cannot generalize that petroleum-based drugs must be harmful to every user. – Plants with a high potential of various ingredients can be problematic for some people, for example due to allergies to certain terpenes or other substances in the plants. – For reasons like this, substances are often separated into “individual active ingredients”.


Verweise:

  1. Psychonaut (olliwaack): “Substanzismus. Die Bezeichnung Droge sagt allerdings nichts über das Schadenpotential aus, ...”, https://twitter.com/olliwaack/status/1673282820058370050 (26.06.2023).
       
  2. Dr. Carsten Schleh (Biologe und Toxikologe) – Inspirierte überarbeitete Fassung von: “Natur ist gut, Chemie ist böse ...“, https://twitter.com/Schleh_Tox/status/1656198570842763265 (10.05.2023).
        
  3. “Vom Erdöl zum Medikament“, https://www.deutschlandfunk.de/vom-erdoel-zum-medikament-100.html (10.09.2002); “Ölausstieg in der Pharmaindustrie: Paracetamol und Ibuprofen auf Pflanzenbasis“, https://www.nationalgeographic.de/wissenschaft/2023/07/oelausstieg-pharmaindustrie-paracetamol-und-ibuprofen-auf-pflanzenbasis-medizin-medikamente-tabletten-erdol (17.07.2023).
        
  4. “Der Entourage-Effekt” (Cannabinoide | Terpene), https://cannabib.de/der-entourage-effekt/ (03.11.2023); “Neue Studie beweist den Cannabis-Entourage-Effekt“, https://softsecrets.com/de/artikel/neue-studie-beweist-den-cannabis-entourage-effekt (03.03.2024); "Entourage Effekt bei Cannabis: Über Wirkung und Wissenschaft", https://www.weed.de/wissen/grundlagen/entourage-effekt (25.07.2024).

Erstellt am: 03.07.2023,
Bearbeitet: 28.05.2024.

Schlagworte: Biologie, Biologische-Chemie, Bio-Chemie; Künstlich, künstliche bzw. Synthetische-Chemie; Substanzen; Arznei, Medikamente; Dosierung, Dosis, Menge; Stärke, Wirkung; Gut, Gute, Positiv, Positive; Böse, Schlecht, Negativ, Negative; Dramatisierung, Übertreibung; Harmlos, Verharmlosung, Verharmlost, Bagatellisierung, bagatellisiert, Beschönigung, Beschönigt, Relativierung, Schönrederei, schöngeredet, Unterschätzung, idealisieren, Idealisierung, idealisiert; Chancengleichheit, Gleichheit.

Mythos #MIX-05: “Rausch & Betäubung“

🇩🇪 „Alle (illegalen) Drogen sind »Rauschgift« und dienen als Betäubungsmittel.“

Ist das Wort „Rauschgift“ nicht etwas überholt?
Es suggeriert, dass es bei Konsum immer nur um „Rausch“ geht, der bei einer hohen Toleranz, besonders im medizinischen Kontext, mitunter nicht mehr gegeben ist. Und der Begriff „Gift“ ist durchaus auch sehr abwertend. [1].

Ein nach wie vor gültiger Spruch: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.“ [Paracelsus].

  • Betäubender Rausch:

Sowohl der Begriff „Betäubungsmittel“, als auch „Rauschgift“ sind irreführend und absolut unpassend, um damit alle Drogen zu bezeichnen. Besser wäre hier einfach „Substanzen“. Man muss verschiedene Stoffgruppen differenziert betrachten, denn nicht jede Droge wirkt gleich! [2/A].
Zwar gibt es sowohl Gifte, die als Droge verwendet werden (z.B. Alkohol), als auch Betäubungsmittel (z.B. Opioide), allerdings gilt das nicht für alle Substanzen. Psychedelika (LSD, Psilocybin, DMT, ...) beispielsweise sind weniger Gift noch Betäubungsmittel. [2/B].

  • Schwindel:

Also wenn es ganz losgelöst betrachtet, dann haben auch kleine Kinder ein „Rauschbedürfnis“. Jeder kennt Kinder, die sich „schwindelig“ machen, wenn sie spielen. Ist halt eine vereinfachte Form der Bewusstseinsveränderung. [3].
Aber auch die Fahrt mit einer Achterbahn oder ähnlichen Fahrgeschäften auf Volksfesten, Jahrmärkten oder Vergnügungsparks kann auch bei Erwachsenen zu „Schwindel“ mit Rauschgefühl (Bewusstseinsveränderung) führen.
Demnach wäre das intensive sich im Kreis drehen, wie Kinder es schon mal machen – sowie Karussell und Achterbahn Fahren auch ein „Gift“.
Aber auch Liebe und Sex können sehr „berauschend“ und manchmal vielleicht auch symbolisch „giftig“ sein, wie es sich im Folgenden beschreibt:
Ästhetische, edle und als schön wahrgenommene Erscheinungen, die jemand sieht, können „berauschend“ auf die Psyche wirken. So kann zum Beispiel eine attraktiv erscheinende Person gewisse Euphorie, Freude und Begeisterung auf die Psyche mit sich bringen - also einen emotionalen „Rausch“ auslösen. Aber auch das kann von der „Dosis“ wie imposant und beeindruckend man das Erscheinungsbild des gesehenen empfindet verbunden sein. Möglicherweise kann bei einer zu hoher „Dosis“ entstehender Beziehungswunsch, der in eine Ablehnung endet, auch in eine psychotische Erfahrung ausarten, die wie ein „Gift“ wirken mag, dennoch ist dieser Rausch in den wenigsten Fällen wirklich schädlich oder sogar tödlich. Nicht viel anderes ist es bei vielen Substanzen!

🇬🇧 “All (illegal) drugs are »intoxication-poison« and serve as narcotics.”

Isn’t the words “intoxication-poison” a bit outdated?
It suggests that consumption is always about intoxication, which is sometimes no longer the case with a high level of tolerance, especially in a medical context. And the term “poison” is also very derogatory. [1].
A saying that is still valid: “All things are poison, and nothing is without poison – It is only the dose that ensures that a thing is not poison.” [Paracelsus].

  • Narcotic rush:

Both the terms “narcotic” and “intoxication-poison” are misleading and completely inappropriate to describe all drugs. Simply “substances” would be better here. You have to look at different groups of substances differently, because not every drug has the same effect! [2/A].
Although there are both poisons that are used as drugs (e.g. alcohol) and narcotics (e.g. opioids), this does not apply to all substances. Psychedelics (LSD, Psilocybin, DMT, ...), for example, are not so much poison nor narcotics[2/B].

  • Dizziness:

So if you look at it in isolation, then even small children have a “need for intoxication”. Everyone knows children who feel “dizzy” when they play. It's just a simplified form of changing consciousness. [3].
But riding a roller-coaster or similar rides at folk-festivals, fairs or amusement-parks can also lead to “dizziness” with a feeling of intoxication (change in consciousness) in adults.
Accordingly, the intensive turning in circles, as children sometimes do – as well as riding the carousel and roller-coaster would also be a "poison".
But love and sex can also be very “intoxicating” and sometimes symbolically “poisonous”, as described below:

Aesthetic, noble and perceived beautiful appearances that someone sees can have an “intoxicating” effect on the psyche. For example, a person who appears attractive can bring a certain euphoria, joy and enthusiasm to the psyche - i.e. trigger an emotional "ecstasy". But this can also depend on the “dose” of how impressive and formidable you perceive the appearance of what you are seeing. It is possible that if the “dose” is too high, the desire for a relationship that results in rejection can also degenerate into a psychotic experience that may seem like a “poison”, but in very few cases is this intoxication actually harmful or even fatal. It's not much different with many substances!

Verweise:

  1. Christina Focken (Inspiriert): "Ist das Wort »Rauschgift« nicht etwas überholt? ...", https://twitter.com/ChristinaFocken/status/1634614559724929027 (11.03.2023).
  2. The War On Drugs: [A]: “Sowohl der Begriff "Betäubungsmittel", als auch Rauschgift ...“, https://twitter.com/_TheWarOnDrugs/status/1478002207580725249; [B]: “Zwar gibt es sowohl Gifte, ...”, https://twitter.com/_TheWarOnDrugs/status/1478002208725782537 (03.01.2022).
  3. Turbo-Floppy: “Also wenn es ganz losgelöst betrachtet, ...“, https://twitter.com/Darkfloppy1/status/1529473160625762310 (25.05.2022).

Thema Rauschgift/Betäubungsmittel:

Erstellt am: 10.03.2022,
Bearbeitet: 06.06.2024.

Schlagworte: Philosophie; Rauschmittel, Rausch, Gestimmtheit, Ekstase, Zustand der Euphorie, Gefühlslage, Gemütsverfassung, Gemütszustand, Stimmung; Liebesrausch, Verliebtheit, verliebt; Gift, Giftig, Giftstoff, Schadstoff, Toxikum, Toxisch, Toxikologie; Dosis, Dosierung, Dosierungen, Menge, Maßstab, Maßstäbe; Gesundheit; Substanz, Substanzen; Stigmata, Stigmatisierung, Brandmarkung.

Mythos #MIX-01: “Gut und Böse”

🇩🇪 „Drogen sind gefährlich, böse und verboten.“
Drogen sind völlig wertneutral – dessen Moleküle sind weder gut noch böse, sie sind einfach nur Bestandteile mit spezifischen Eigenschaften, die positive und negative Effekte mit sich bringen können, sie können förderlich sein oder schädigen. Die Prohibition hingegen basiert auf Rassismus, Misstrauen und Stigmatisierung – ziemlich böse, oder?
Weniger die verbotenen Substanzen an sich sind gefährlich, sondern das Verbot dessen und die Folgen bezüglich Qualität, Risikoverhältnisse und Strafverfolgung. Ein unaufgeklärter Umgang, der das Ergebnis des Verbotes ist, und überhaupt das Verbot an sich machen diese Substanzen erst gefährlich, da sie völlig unreguliert sind.

🇬🇧 „Drugs are dangerous, evil and forbidden.“

Drugs are completely neutral in value – their molecules are neither good nor bad, they are simply components with specific properties that can bring about positive and negative effects, they can be beneficial or harmful. Prohibition, on the other hand, is based on racism, distrust, and stigma – pretty evil, right?

It is not so much the banned substances themselves that are dangerous, but the ban on them and the consequences in terms of quality, risk ratios and criminal prosecution. Uninformed use that is the result of the ban, and the ban itself, make these substances dangerous in the first place, because they are completely unregulated.

Verweise:

Erstellt am: 26.10.2022,
Bearbeitet: 30.10.2022.

Schlagworte: Gut, Positiv, Nützlich, Vorteilhaft, Wertvoll; Böse, Negativ, Schlecht, Schädlich, Unbrauchbar; Einordnung, Klassifikation, Klassifizierung, Spezifizierung; Strafverfolgung, Verfolgung; Dramatisierung, Übertreibung; Substanzen.

Mythos #FPS-09: “Rauschgift”

🇩🇪 „Die Polizei sagt, dass alle illegalen Drogen »Rauschgift« sind.“:
Obgleich das Wort „Rauschgift[1] ein sehr altes Wortkompositum darstellt, sollte der Charakter zum Unwort erst in den letzten Dekaden offenbart werden.
Ohne in die wissenschaftliche Tiefe der Toxikologie abzutauchen, gilt es erst einmal festzustellen, dass von den ca. 150 illegalen Drogen [2] für die das Wort „Rauschgift“ vornehmlich benutzt wird, nur wenige Substanzen bei regulärer Anwendung zu akuten Vergiftungen führen. Paracelsus [3] sagte schon im 16. Jahrhundert, “dass alles ein Gift ist und die Dosis alleine den Unterschied macht, ob etwas giftig ist oder nicht”. Zumal die Zahl der Toten durch illegale Drogen [4], im Verhältnis zu Alkohol und Tabak, eher klein ist und wesentlich durch das Drogenverbot erhöht wird.
Es gibt in einigen Ländern Heroin-Abgabe an Abhängige oder Drug-Checking für Partydrogen, wo Vergiftungen oder gar tödliche Überdosen dadurch vermieden werden. Bei den vielen Drogen, z.B. Cannabis oder LSD, sind trotz Drogen-Prohibition (die keine Qualitätskontrolle und ehrliche Aufklärung zulässt) praktisch keinerlei Substanz bedingte Todesfälle durch Toxizität bekannt. [5].
Das Wort „Rauschgift“ wird gerne von Staatsorganen wie der Polizei gebraucht, um jene konsumierende Minderheit herabzuwürdigen – auch um ihre teilweise menschenverachtende Arbeit zu rechtfertigen.
Auf der einen Seite brauchen abhängige Menschen Hilfe statt Kriminalisierung und auf der anderen Seite sollte eine der größten Minderheiten Deutschlands [6], also Menschen die Cannabis, Psychedelika oder Partydrogen nehmen, nicht kriminalisiert werden.
Das Wort „Rauschgift verstößt somit gegen das Prinzip der Menschenwürde, macht eine offene, demokratische Diskussion fast unmöglich und führt zu der Diskriminierung von Kranken und Gesunden (fast jedem vierten Bundesbürger).
Zusätzlich verschleiert das Wort die Prägung, die es eigentlich inne hat, und zwar die Gefahren von Alkohol. Alkohol ist eine der wenigen Substanzen, bei der man oftmals bis zu einer Vergiftung konsumiert, um gewünschte (Rausch“)-Effekte zu erzielen.
Anzuerkennen, dass viele Drogen sicherer sind [7], und vor allem noch sicherer werden könnten als Alkohol, ist aber schwer, so lange ein solches Unwort von Politikern und Staatsorganen benutzt wird. Das Wort „Rauschgift“ ist somit höchst irreführend und wird politisch manipulativ genutzt.

🇬🇧 “The police say that all illegal drugs are »intoxication-poison«.”:

Although the words “intoxication-poison[1] is a very old word compound, the character of the non-word was only revealed in the last few decades.
Without delving into the scientific depth of toxicology, it is first important to note that of the approximately 150 illegal drugs [2] for which the words “intoxication-poison” is primarily used, only a few substances lead to acute poisoning when used regularly. Paracelsus [3] said in the 16th century “that everything is a poison and the dose alone makes the difference whether something is poisonous or not”. Especially since the number of deaths caused by illegal drugs [4] is rather small compared to alcohol and tobacco and is significantly increased by the drug ban.
In some countries, there is heroin distribution to addicts or drug-checking for party drugs, where poisoning or even fatal overdoses can be avoided. With the many drugs, e.g. cannabis or LSD, there are practically no known substance-related deaths due to toxicity, despite drug prohibition (which does not allow for quality control and honest information). [5].
The words “intoxication-poison” is often used by state organs such as the police to denigrate the consuming minority – also to justify their sometimes inhumane work.
On the one hand, addicted people need help instead of criminalization and on the other hand, one of the largest minorities in Germany [6], i.e. people who take cannabis, psychedelics or party drugs, should not be criminalized.
The words “intoxication-poison” therefore violates the principle of human dignity, makes an open, democratic discussion almost impossible and leads to discrimination against the sick and the healthy (almost every fourth German citizen).
Additionally, the words obscure the imprint it actually has, namely the dangers of alcohol. Alcohol is one of the few substances that is frequently consumed to the point of poisoning in order to achieve desired ("intoxication")-effects.
However, it is difficult to recognize that many drugs are safer [7] and, above all, could become even safer than alcohol as long as such a negative word is used by politicians and state organs. The words intoxication-poison is therefore highly misleading and is used for political manipulation.

Verweise:

  1. Duden: https://www.duden.de/rechtschreibung/Rauschgift.
  2. Firman, J. W. et al. (2019). Mol. Inf. 2019, 38, 1800142. DOI: 10.1002/minf.201800142: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/minf.201800142.
  3. Paracelsus (1493–1541): https://de.wikipedia.org/wiki/Paracelsus (10.02.2019).
  4. Taz (2017): https://blogs.taz.de/drogerie/2017/05/11/2016-wieder-mehr-drogentote/ (10.02.2019).
  5. Nutt, D. J. Lancet 2010, 376: 1558–65. DOI:10.1016/S0140-6736(10)61462-6https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(10)61462-6/
  6. Welt (2017), “Diese Drogen werden in Deutschland am meisten konsumiert”: https://www.welt.de/gesundheit/article165805929/Diese-Drogen-werden-in-Deutschland-am-meisten-konsumiert.html (10.02.2019).
  7. Taz (2019): "Neubewertung von Cannabis der WHO - Sind Marihuana und Haschisch doch nicht so gefährlich wie bisher angenommen?", https://blogs.taz.de/drogerie/2019/02/03/neubewertung-von-cannabis-der-who/ (10.02.2019).
Erweitert:
Erstellt am: 28.10.2023,
Bearbeitet: 29.10.2023.

Schlagworte: Betäubungsmittel, Droge; Gehirngift, Rauschmittel, Rausch­gift­be­kämp­fung, Rausch­gift­han­del, Rausch­gift­händ­ler, Rausch­gift­händ­le­rin, Rausch­gift­kri­mi­na­li­tät; Suchtmittel, Suchtgift; Alkohol; Rausch; Behörden; Gefährlichkeit, Schädlichkeit; Definition; Drogen; Brandmarkung, Stigmata; Pharmakologie, Toxikologie; Substanzen.

Mythos #FPS-01: “Aussehen”

🇩🇪 „Crystal-Meth Konsumenten sehen nach mehreren Monaten Konsum schrecklich aus, haben dann ein vernarbtes Gesicht und extrem verfaulte Zähne.“:

Sahen die Leute in den 1930'er, also unsere Großeltern beispielsweise, auch so aus, nachdem sie Pervitin genommen hatten? Was ist mit den Leuten, die heutzutage Methamphetamin als Medikament – in Bereichen, in denen dieses legitim ist (z.B.: in den USA)  verschrieben bekommen?

Nicht jede hoch emotionalisierte Kampagne ohne Faktengrundlage spiegelt die Realität wider. [1].

Alternativ:

Sehen die Menschen, die pharmazeutisch reine Amphetamine von einem Arzt bekommen auch so aus? Eher nicht...

Es sind weniger die Substanzen, sondern die Umstände (Armut, Obdachlosigkeit, Stigmatisierung, Kriminalisierung etc.), die schaden. [2].


🇬🇧 Version inspired by: „Dr. Fabian Pitter Steinmetz“:

„Crystal meth users look horrible after several months of use, with scarred faces and extremely rotten teeth.“

Did people in the 1930's, like our grandparents, look like this after taking Pervitin? What about the people who are now being prescribed methamphetamine as medicine in areas where it is legitimate (e.g. in the USA)?

Not every highly emotional campaign without a factual basis reflects reality. [1].

Alternatively:

Do the people who get pharmaceutically pure amphetamines from a doctor look like this? Not really...

It's less the substances than the circumstances (poverty, homelessness, stigmatization, criminalization, etc.) that cause harm. [2].


Verweise:

  1. Dr. Fabian Pitter Steinmetz: “Sahen unsere Großeltern auch so aus...”: https://twitter.com/docsteinmetz/status/1568910166262792193 (11.09.2022).
  2. Dr. Fabian Pitter Steinmetz: “Sehen die Menschen, die pharmazeutisch reine Amphetamine...”, https://twitter.com/docsteinmetz/status/1409820116066394112 (29. Juni 2021).
Erstellt am: 11.09.2022,
Bearbeitet: 25.12.2025.

Schlagworte: Aussehen, Erscheinungsbild, äußere Erscheinung, Optik; Schädlichkeit, Schaden; Meth-Amphetamin, Amphetamine; Arznei, Medikamente, Medizin; Substanzen; Brandmarkung, Stigmata, Stigmatisierung.

Mythos #RG-2: “Turbo-Cannabis”

🇩🇪 Version »Neufassung« – Inspiriert durch: „Dr. Raphael Gaßmann“:

„Cannabis weist heutzutage höhere THC Gehalte auf und ist somit unberechenbarer als in den 1970′er.“
Die Verbote gab es jedoch schon zu der Zeit und erfolgten also eindeutig unabhängig vom Risikopotenzial des Wirkstoffes!
Folgen des Verbotes sind verstärkte Verbreitung von stark potenten und kompakteren Cannabis-Sorten, die vom Schwarzmarkt wegen des geringeren Volumenbedarfes in Umlauf gebracht werden, um Transportkapazitäten einzusparen.
Mit obiger irreführenden Argumentation werden die schädlichen Folgen der Verbote als Begründung missbraucht.
Ergänzungen:
Pflanzen bestehen, neben dem Pflanzenkörper, aus einer Vielzahl Stoffe. So zum Beispiel Terpene (Ätherische Öle), Pflanzenfarbstoffe (Chlorophyll), Flavonoide und viele mehr, da sind also klare Grenzen gegeben, wie viel THC enthalten sein kann.
In früheren Zeiten hatten Cannabis-Blüten weniger Fläche, auf der sich THC befinden kann, dafür mehr luftige Hohlräume und es waren auch viel weniger Cannabis-Blüten im Umlauf.
Allerdings gab es in der Vergangenheit auch schon Haschisch mit hohem THC-Gehalt (z.B. „Schwarzen Afghane“). Haschisch war früher häufiger im Umlauf als Cannabisblüten.
Zudem muss man noch sagen, dass es verschiedene Sorten mit unterschiedlichem Gehalt an THC auch schon immer gab.
Das Volumen der Cannabis-Blüten ist durch modernere Anbaumethoden, z.B. durch Hinzufügen von Pflanzenwachstumshormonen (PGR) als Düngemittel, viel kompakter geworden. Die einzelnen Knospen wachsen dichter zu einer festeren Knolle zusammen, es finden sich dadurch mehr Wirkstoff-Anteile im Volumen.
Bei gleichem Gewicht betrachtet, hat sich der durchschnittliche Wirkstoffgehalt des von Natur gegebenen THC im Prinzip jedoch nie wirklich gravierend verändert.
Die Wirkstoffeigenschaften an sich werden seit geraumer Zeit durch die zusätzliche Anwendung synthetischer Cannabinoide (NPS) auf riskante Weise erhöht, ebenfalls um das Transportvolumen für den Schwarzmarkt zu reduzieren.
Dieses kann sich in einem regulierten Markt alles ändern und es können dann auch milde Sorten mit ausgewogenen natürlichen THC/CBD Gehalt zur Verfügung gestellt werden!

🇬🇧 Version aus der 🇩🇪 »Neufassung«:

„Cannabis today has higher THC levels, making it more unpredictable than it was in the 1970's.“
However, the prohibition were already in place at the time and were therefore clearly independent of the risk potential of the active ingredient!
Consequences of the prohibition are increased distribution of potent and more compact cannabis varieties, which are circulated by the black market because of the lower volume requirement in order to save transport capacities.
With the above misleading „argument“ the harmful consequences of the bans are misused as justification.
Additions:
In addition to the plant body, plants consist of a variety of substances. For example terpenes (essential oils), plant pigments (chlorophyll), flavonoids and many more, there are clear limits to how much THC can be contained.
In the old days, cannabis-buds had less surface area for THC to reside, more airy cavities, and there were also far fewer cannabis-buds in circulation.
However, in the past there has also been hashish with a high THC content (e.g. “Black Afghan”). Hashish used to be more common than cannabis-flower.
It also has to be said that there have always been different strains with different levels of THC.
The volume of cannabis-flowers has become much more compact due to more modern cultivation methods, such as adding plant growth hormones (PGR) as fertilizer. The individual buds grow closer together to form a firmer tuber, which means that there are more active ingredients in the volume.
Considered at the same weight, the average active substance content of the naturally given THC has basically never really changed significantly.
For some time now, the properties of the active substance itself have been increased in a risky way, with the additional use of synthetic cannabinoids (NPS), also in order to reduce the transport volume for the black market.
This can all change in a regulated market, and mild varieties with a balanced natural THC/CBD content can then also be made available!

Verweise:

Erstellt am: 25.07.2022,
Bearbeitet: 31.08.2023.

Schlagworte: Scheinargument (Nebelkerze)"Cannabis ist heute viel gefährlicher."; Turbocannabis, Turbogras; Potenter, Potenz, Stärke; Volumen, Kapazität, Rauminhalt; Vergleich, Zeit; Plant growth regulators (PGR) = Pflanzenwachstumsregulatoren (Hormone), Dramatisierung, Übertreibung; Substanzen.

Mythos #RG-1: “Selbstschädigung”

🇩🇪 Version »Neufassung« – Inspiriert durch: „Dr. Raphael Gaßmann“:

„Cannabis ist gefährlich.“

Stimmt genau. Alle psychoaktiven Substanzen weisen im Prinzip Risiken aus, wenn auch in ungleichem Umfang. Aber das soll nicht die entscheidende Frage und schon gar keine stichhaltige Begründung für Repression (Unterdrückung) sein.
Alkohol ist ebenfalls gefährlich. Das Cannabis-Verbot ist jedoch genauso gründlich gescheitert, wie die Alkoholverbote von 1920 bis 1933 in den USA.
Der Cannabis-Konsum bewegt sich hauptsächlich im Bereich der Selbstschädigung, im Gegensatz zum Alkohol, der bei hohem Konsum auch schon mal zu Fremdschädigungen durch aggressive Verhaltensmuster führen kann. Aus guten Gründen ist in demokratischen Sozialstrukturen ein selbstzerstörerisches Verhalten jedoch mehrheitlich legitim.
Cannabis-Konsumenten in Deutschland können allgemein nur wegen der inquisitorischen Konstruktion verfolgt werden. Der Cannabis-Konsum ist zwar nicht strafbar, jeder Konsum ist aber mehr oder weniger zwangsläufig mit dem Besitz der Substanz verbunden.

Ergänzungen:

Spezifische Risiken bergen sich in allen möglichen Rauschmitteln, die körperliche, geistige, mentale und soziale Funktionen beeinflussen – so auch Cannabis.

Diese Risiken zu verhindern und zu verringern, sollte zu den vorrangigen Zielen der Drogenpolitik gehören. Aber nicht die Schaffung neuer Risiken durch Substanz-Verbote, die zu gesellschaftlichen Katastrophen führen kann, bis hin zu lebensbedrohlichen Streckmittel und der Ausbreitung von synthetischen Cannabinoiden, bzw. Neuen-Psychoaktiven-Substanzen (NPS).

🇬🇧 Version aus der 🇩🇪 »Neufassung«:

„Cannabis is dangerous.“

Exactly. In principle, all psychoactive substances have risks, albeit to an unequal extent. But that should not be the decisive question and certainly not a valid justification for repression (oppression).
Alcohol is also dangerous. However, the cannabis ban failed just as thoroughly as the alcohol-prohibition from 1920 to 1933 in the USA.
Cannabis consumption is mainly in the area of ​​self-harm, in contrast to alcohol, which, if consumed in large quantities, can sometimes lead to damage to others through aggressive behavior patterns. For good reasons, however, self-destructive behavior is mostly legitimate in democratic social structures.
Cannabis users in Germany can generally only be prosecuted because of the inquisitorial construction. While cannabis use is not a criminal offence, all use more or less inevitably involves possession of the substance.

Additions:

Specific risks are inherent in all kinds of intoxicants that affect physical, intellectual, mental and social functioning, including cannabis.
Preventing and reducing these risks should be a priority in drug policy. But not the creation of new risks through substance bans, which can lead to social catastrophes, up to life-threatening cutting agents and the spread of synthetic cannabinoids or new-psychoactive-substances (NPS).

Verweise:

Erstellt am: 29.06.2022,
Bearbeitet: 30.09.2022.

Schlagworte: Scheinargument (Nebelkerze); Selbstverletzung, Selbstzerstörung, Selbstzerstörerisch; Verhaltensmuster, Verhaltensweisen; Chancengleichheit, Gleichberechtigung, Gleichheit, Menschenrechte; Schädlichkeit, Schaden; Prohibition, Verbote, Inquisition; Gebrauch, Konsum; Droge, Drogen, Substanzen.

Mythos #74: “Polizei“

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

„Die Drogen da draußen haben sich verändert, sie sind jetzt reiner, stärker und gefährlicher, – sie sind tödlich.“

Jedes Jahr macht die Polizei diese übertriebenen Proklamationen, bzw. öffentliche Bekanntmachungen, dämonisiert verbotene Drogen, schürt Angst und sucht Unterstützung für härtere Maßnahmen – und das seit Jahrzehnten.

Tatsächlich behauptete die US-Polizei im Jahr 1906, dass Kokain den Schwarzen Menschen übermenschliche Kraft verschaffte, und wollte schwerere Handfeuerwaffen, um die Drogen verrückten Schwarzen mit hohem Kokainkonsum zu stoppen.

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

“The drugs out there have changed, they are now purer, more powerful and more dangerous, – they are lethal.”

Every year police make these exaggerated proclamations, demonising banned drugs, fuelling fear and seeking support for tougher action – it’s been going on for decades.

Indeed, back in 1906 US Police claimed cocaine provided Black people with super-human strength and wanted heavier calibre handguns to stop the drug crazed Black person high on cocaine.

🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

{None Twitter-Tweet}.

Verweise:

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 28.04.2022.

Schlagworte: Stigmatisierung, Stigmata; Brandmarkung; Rassismus; Politik; Polizei, Polizisten, Exekutive, Ordnungshüter; Organisation; Potenter, Potenz, Stärke; Dramatisierung, Übertreibung; Substanzen.

Mythos #72: “Berührung”

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

„Jeder Körperkontakt mit Fentanyl stellt eine ernsthafte Überdosierung dar.“

Insbesondere die Polizei hat außerordentliche Anstrengungen unternommen, um den Kontakt mit Fentanyl zu vermeiden, aber der Kontakt mit der Droge (dem Medikament) stellt keinerlei ernsthafte Gefahr dar – das Medikament muss eingenommen werden, um ein Risiko darzustellen.

Noch nie hat sich jemand durch Körperkontakt mit Fentanyl überdosiert – trotz der Medienberichte.

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

„Jeder physische Kontakt mit Fentanyl bedeutet eine Überdosierung.“

Insbesondere die Polizeibehörden haben sich stark bemüht, den Kontakt mit Fentanyl zu unterbinden, aber physischer Kontakt stellt keinerlei ernsthafte Gefahr dar – die Droge muss eingenommen werden, um ein Risiko darzustellen.

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

“Any physical contact with fentanyl poses a serious of overdose.”

Police departments, in particular, have gone to extraordinary lengths to avoid contact with fentanyl, but contact with the drug poses no serious risk whatsoever – the drug has to be ingested to pose a risk.

No one has ever overdosed as a result of physical contact with fentanyl – despite the media stories.

🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

“Any physical contact with fentanyl risks overdose."

Police departments, in particular, have gone to extraordinary lengths to avoid contact with fentanyl, but physical contact poses no serious risk whatsoever – the drug has to be ingested to pose a risk. [13.11.2021,Twitter].

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 22.04.2022.

Schlagworte: Fentanyl-Pflaster; Pflaster; Opium, Opioide, Opiate, Schlafmohn, Mohn; Schmerzmittel, Analgetikum; Substanzen.

Mythos #68: “Hygiene”

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

„Das Injizieren von Drogen verursacht Geschwüre, Sepsis, Endokarditis, Hepatitis und HIV.“

Unwahr – das Injizieren von Drogen (Medikamenten) unter unsterilen Bedingungen und das Teilen von Geräten wie Spritzen mit infizierten anderen verursacht diese Probleme – nicht das Injizieren an sich. Dieses Risiko wird durch die Prohibition und der Drogenpolitik wahrscheinlicher, da diese den Zugang zu sauberen Nadeln und Geräten stigmatisiert und erschwert.

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

1. „Das Injizieren von Drogen verursacht Geschwüre, Hepatitis und HIV.“

Falsch, es ist das Injizieren von Drogen unter unhygienischen Kriterien und das Teilen von Instrumenten (Spritzen) mit infizierten anderen, das diese Probleme verursacht – nicht das Injizieren an sich. Dieses Risiko wird durch die Drogen-Verbotspolitik höher.

2. „Illegal hergestelltes Desomorphin (halb-synthetisches Opioid) frisst Fleisch.“

Es gibt keine Droge, die plötzlich anfängt, unser Fleisch zu fressen. Das passiert mit jedem Fleisch, wenn man Schadstoffe in unhygienische Umgebungen injiziert – man bekommt Geschwüre, Wundbrand, Blutvergiftung.

Sagen wir die Wahrheit, es ist das Verbot, das dies bewirkt – nicht Drogen.

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

“Injecting drugs causes ulcers, sepsis, endocarditis, Hepatitis & HIV.”

Untrue, it is injecting drugs under unsterile conditions and sharing equipment with infected others that causes these issues – not injecting per se. This risk is made more likely by Prohibitionist drug policies that stigmatize and make access to clean needles and equipment more difficult.

🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

1. “Injecting drugs causes ulcers, hepatitis & HIV.”

Untrue, it is injecting drugs under unsterile conditions and sharing equipment with infected others that causes these issues – not injecting per se. This risk is made more likely by Prohibitionist drug policies. [13.11.2021,Twitter].

2. “Illicitly produced desomorphine (semi-synthetic opioid) eats flesh.“

There is no drug that might suddenly start eating our flesh. It's what happens to any flesh when you inject contaminants in unhygienic environments - you get ulcers, gangrene, septicemia. [13.03.2022,Twitter].

Let's tell the truth it's prohibition that's doing this - not drugs. [13.03.2022,Twitter].

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 19.04.2022.

Schlagworte: Einen Druck setzen; Drücken; Spritzen, Spritze; Injektionen; Injektionsspritzen, Pumpen; Sauberkeit, Reinheit; Opium, Opiate, Opioide, Schlafmohn, Mohn; Heroin (Diamorphin, Diacetylmorphin), Morphin; Krokodil (Desomorphin); Gebrauch, Konsum, Substanzen.

Mythos #59: “Regulierungen“

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

„Drogen sind gefährlich, deshalb brauchen wir Regulierungen.“

Verbotsargumente zu übernehmen, um Menschen zur Entkriminalisierung oder Legalisierung zu bewegen, dient nur dazu, Mythen und Fehlinformationen zu verewigen. Drogen sind allgemein nicht gefährlich, sie variieren stark und können nicht so in einen Topf geworfen werden.

Was wir sagen können, ist, dass die Durchsetzung des Verbots den Drogenkonsum gefährlich gemacht hat.

Seien Sie vorsichtig, denn die Regulierung kann so streng sein, dass es sich tatsächlich um ein neues Verbot handelt.

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

„Drogen sind unsicher, deshalb brauchen wir eine Regulierung.“

Verbotsbegründungen zu adoptieren, um Menschen zur Entkriminalisierung, Legalisierung oder Reform zu bewegen, dient nur dazu, Mythen und Desinformation zu verstärken. Drogen sind per se nicht unsicher, und die Risiken sind sehr unterschiedlich.

Was wir sagen können, ist, dass die Verwirklichung des Verbots den Drogenkonsum unsicher gemacht hat, obwohl dies nicht anders gewesen wäre.

Wir müssen uns davor hüten, zu einfach nach Regulierung zu fordern, denn einige Formen der Regulierung können so streng sein, dass sie effektiv Prohibition 2.0 sind.

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

“Drugs are dangerous, that’s why we need regulation.”

Adopting prohibition arguments, to draw people towards decriminalization or legalization, only serves to perpetuate myths and misinformation. Drugs are not dangerous per se, they vary widely and cannot be lumped together like this.

What we can say is that prohibition enforcement has made drug use dangerous.

Beware because regulation can be so strict, it is effectively a new prohibition.

🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

“Drugs are dangerous, that’s why we need regulation”

Adopting prohibition arguments to draw people towards decriminalisation, legalisation or reform, only serves to reinforce myths and misinformation. Drugs are not dangerous per se, and risks vary widely. [12.11.2021,Twitter].

What we can say is that prohibition enforcement has made drug use dangerous, when it wouldn't have been otherwise. We need to beware too simply calling for Regulation, because some forms of regulation can be so strict, they are effectively Prohibition 2.0. [12.11.2021,Twitter].

Verweise:

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 03.06.2022.

Schlagworte: Gesetze, Rechtsverordnung, Regelungen; Bestimmung, Bestimmungen; Dramatisierung, Übertreibung; Substanzen.

Mythos #51: “Werdegang”

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

„Menschen wachsen aus dem Drogenkonsum heraus.“

Obwohl es Beweise dafür gibt, dass Menschen aus kriminellen Aktivitäten herauswachsen, birgt der Konsum verbotener Drogen strafbare Risiken.

Wenn es also in einem späteren Alter zu einer Abkehr von »illegalen« Drogen kommt, ist es nicht unbedingt der Fall, dass die Menschen aus Drogen herauswachsen“. Vielleicht lernen sie jedoch im Laufe der Zeit, die damit verbundenen kriminellen Vereinigungen zu vermeiden.

Es gibt keine Beweise, dass Menschen aus dem Konsum der »legalen« Drogen Alkohol, Tabak und Koffein herauswachsen.

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

„Menschen reifen aus dem Konsum von Drogen heraus.“

Es gibt kein Nachweis dafür, dass Menschen aus dem Konsum von Alkohol, Tabak und Koffein herauswachsen. Verbotene Drogen beinhalten kriminelle Risiken, also wachsen die Menschen vielleicht aus dem Ärger heraus, strafbare Risiken einzugehen.

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

“People grow out of taking drugs.”

While there is evidence that people grow out of criminal activity, the use of prohibited drugs involves criminal risks, so if there is a shift away from illegal drugs at a later age it’s not necessarily the case that people are “growing out of drugs”, but perhaps, over time, they learn to avoid the associated criminal associations.

There is no evidence people grow out of using the drug's alcohol, tobacco and caffeine.

🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

“People grow out of taking drugs.”

There is no evidence people grow out of using alcohol, tobacco and caffeine. Prohibited drugs involve criminal risks, so maybe people grow out of the hassle of criminal risk taking. [12.11.2021,Twitter].

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 11.04.2022.

Schlagwörter: Wagnis, Wagnisse; Gefahr, Gefährdung; Mafia, Organisierte Kriminalität, OK.

Mythos #47: “Regulierung”

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

„Jeder Drogentod ist ein weiterer Beweis für die Gefahren von Drogen.“

Die meisten Drogentoten sind ein Nebenprodukt der drakonischen Drogenpolitik.

Dem kann durch eine Kombination aus Entkriminalisierung, Legalisierung, Naloxon (Antidot/Gegenmittel) Verteilung, sichererer Aufklärung über den Drogenkonsum, Heroin gestützten Behandlungen (oder Substitution/Ersatzstoff Vergabe), Drogenkontrollsets, Drogenkonsumräumen entgegengewirkt werden. Diese könnten zudem durch weniger Intoleranz und Stigmatisierung vermieden werden.

Unsere derzeitige Drogenpolitik bringt Menschen um.

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

„Jeder Drogentote ist ein Beweis für die Risiken von Drogen.“

Nein, die meisten Drogentoten gehen auf die Anti-Drogen-Politik zurück. Todesfälle könnten durch ein Zusammenspiel aus Entkriminalisierung, Legalisierung, Gegengifte, Ersatzverschreibung, Drogen-Prüfung, Drogen-Konsumräumen etc. vermieden werden.

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

“Every drug death is further evidence of the dangers of drugs.”

Most drug deaths are a by-product of Draconian drug policy that could be avoided by a combination of decriminalization, legalization, naloxone distribution, safer drug use education, heroin-assisted treatments, drug checking kits, drug consumption rooms and less intolerance and stigma.

Our drug policies are killing people.

🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

“Every drug death is evidence of the danger of drugs.”

No, most drug deaths arise from anti-drug policies. Deaths could be avoided by a combination of decriminalisation, legalisation, naloxone, substitute prescribing, drug checking, drug consumption rooms etc. [08.11.2021,Twitter].

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 08.04.2022.

Schlagworte: Drogenkrieg, Politik, Prohibition, Verbote; Auswirkungen; Chancengleichheit, Gleichberechtigung, Gleichheit, Menschenrechte; Würdigung (Respektierung); Akzeptanz, Anerkennung; Prävention, Vorsorge; Substanzen.