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Mythos #MIX-04: “Psyche” (Studien/Analysen Version)

Index:

  • 🇩🇪 Deutschsprachiger Artikel.
  • 🇬🇧 English language article.
  • 🇩🇪 Verweise (Quellen). 🇬🇧 References (sources).


🇩🇪 „Es gibt viele, die nach Cannabis Konsum in eine Psychose gerutscht sind und sich ihr Leben ruiniert haben.“

Solche Aussagen sind ein Relikt aus dem „Reefer Madness“ Zeitalter, welche seit den 1930 Jahren an bis heute von Prohibitionisten (Verbotsbefürworter) benutzt und verbreitet werden.
Eine psychische Störung (Psychose) ist niemals monokausal, bzw. nur auf eine „einzelne“ Ursache zurückzuführen, auch nicht auf Cannabis-Konsum! [1].
Ca. 1% der Bevölkerung hat mindestens einmal im Leben eine Psychose. Grundsätzlich konsumieren Menschen mit psychiatrischen Störungen mehr Drogen oder Medikamente. Das kann kontraproduktiv sein, ist aber nicht die Ursache, sondern meist eine Folge. [2],[7].
Man kann sagen, dass Stress, insbesondere solcher, der durch die Folgen der Drogen-Prohibition und dessen repressiven (unterdrückenden) Eingriffe verursacht wird, viel größere Risikofaktoren für psychotische Traumatisierung bei Cannabis-Konsumenten darstellen, insbesondere für vulnerable (empfängliche), bzw. sensible Personen.

  • Psychose/Psychotische Symptome – Unterschiede:

Erst einmal sei gesagt, dass Psychosen und psychotische Symptome (Anzeichen) verschiedene Dinge sind:
Psychose: meint im Wesentlichen Störungen in Verhaltensweisen, der Wahrnehmung, also: Halluzinationen, Wahn-Vorstellungen bis hin zu Realitätsverlust oder Ich-Störungen, etc., die auf längere Zeitabschnitte ausgedehnt sein können.
Psychotisch: meint Anzeichen (Symptome) mit tendenziös flüchtigen Effekten, bzw. Episoden, die sich z.B. in Panik, Angst-Zuständen, Depressionen etc. äußern können. Psychotische Symptome werden teilweise mit Psychosen verwechselt. Obwohl psychotische Symptome in einzelnen Fällen als Vorläufer interpretiert werden können, enden sie jedoch nicht zwangsläufig in Psychosen.

  • Psychische Störungen  Ursachen:

Mit hoher Wahrscheinlichkeit stehen "Psychische Störungen" (Psychosen) im Zusammenhang mit bestehenden "Vorerkrankungen" (z.B.: Diathese); also genetischen Defekten, neurologischen Schäden (Schlaganfall, CADASIL, ...), Hirnverletzung (Hirntumore), Verletzungen, (parasitäre) Infektionen; sowie Stoffwechselstörungen (Hormon-System) im Kontext mit "Stress" im Vordergrund. Das Ganze wird als "(Vulnerabilität) Diathese-Stress-Modell" mitunter diskutiert.

  • Stress (Allgemein):
Stigmatisierung beeinflusst psychotische Erkrankungen nachweislich negativ. Den Einfluss von staatlicher Verfolgung auf die Cannabis-Psychose-Assoziation wird kaum diskutiert, obgleich das die fehlende Assoziation bei Dronabinol erklären könnte. [8].

Stress durch Kriminalisierung, Strafverfolgung, stetige Ungleichbehandlung und Stigmatisierung, Diffamierung (Herabwürdigung), sowie Pathologisierung (jemanden als krankhaft beschreiben) schadet der Gesundheit!
Stress durch eine Anzeige von Denunzianten bei der Polizei, den anschließenden repressiven Maßnahmen wie Intim- und Hausdurchsuchung, kann panische Angst auslösen und psychotischen, traumatisierenden Stress verursachen. – Per richterlichen Gerichtsbeschluss angeordnete Abstinenztherapien (z.B.: "Zwölf-Schritte-Programm") unter Zwang, können gleichfalls Stress-Probleme verursachen und psychotische Symptome erzeugen!
Aber auch gesteigertes Leistungsvermögen kann zu „Burn-out“ Stress führen. Tätigkeiten und Arbeiten, die ein hohes Maß an Konzentration erfordern und/oder unter Umständen sehr lange Zeiten ausgeübt werden, sowie auch übermäßiger Leistungssport als Beispiel, können zu psychotischen Symptomen führen.
Es gibt noch eine ganze reihe weitere Stressige-Situationen. Darunter auch das Leben in großen Städten, Schlafmangel, starker Lärm, sogar Armut kann traumatisierenden Stress bedeuten und psychotische Symptome nach sich ziehen.
Jugendliche und junge Menschen können während ihrer Lern- und Bildungsphase empfindlicher (vulnerable) auf Stress reagieren, da sich ihr Gehirn noch in der Entwicklung befindet und das Hormonsystem (Adrenalin, Dopamin, Serotonin etc.) möglicherweise noch nicht ausreichend mit dem körpereigenen-Cannabinoid-System abgestimmt ist.

  • Substanzen:

Alkohol (Ethanol) kann, bei tendenziell „hoch“ dosierten Konsum, den Stress-faktor durch seine delirante Wirkweise erhöhen und psychotische Symptome in Form von leichten geistigem Chaos bis hin zur Enthemmung oder sogar Wahn-Vorstellung, Trugbild und Täuschenden Effekten hervorrufen. Dies kann Bestandteil einer Psychose sein.
Stimulanzien wie Amphetamin, aber auch Schlafentzug sind viel stärker mit psychotischen Symptomen „verbunden“ als Cannabis. Sogar die regulär verkauften Stimulanzien Koffein und Nikotin können Psychosen triggern (anregen). [3]. 
Alltägliche Konsumgüter wie „Koffein“ (Kaffee, Energie-Drinks etc.) können aufgrund ihrer stimulierenden, anregenden und leistungssteigernden Eigenschaften ein Stressor (Stress-Faktor) sein – was in einigen Fällen auch zu psychotischen Symptomen führen kann.
Etliche pharmazeutische Medikamente (z. B.: „Ritalin“, welches auf Amphetaminen basiert, und „Paracetamol mit Koffein“, etc.), mit Eigenschaften einer Stimulanz, können den Stress-Faktor erhöhen und psychotische Symptome unter Umständen begünstigen.
Ein anderer Faktor sind synthetische Cannabinoide (NPS), die seit etwa 2011 im Schwarzmarkt unkontrolliert immer häufiger auf Cannabis-Produkte aufgebracht werden. Bei diesen Stoffen werden öfters psychotische Symptome beschrieben, die sogar in schwerwiegende Horror-Trips (Psychosen) bis hin zum Tod ausarten können.
Wer weiß denn schon, ob nicht sogar der von christlichen Katholiken so geliebte psychoaktive „Weihrauch“ (Boswellia) nicht sogar auch an psychotischen Symptomen beteiligt sein könnte. Einmal etwas zu viel beim Priester am Altar Olibanum-Rauch schnüffeln oder Weihrauch-Harz als Tee getrunken und schon könnte bei einer möglich vulnerablen Person das scheinbar Unmögliche passieren. [4],[5].
Johanniskraut (Hypericum perforatum) hat die Fähigkeit, in bestimmten Fällen nicht nur depressive Zustände durch dessen psychoaktive Wirkung zu lindern und beruhigend zu wirken, sondern kann auch die Photosensibilität – die Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht – als Nebenwirkung erhöhen. Denkbar sind u.U. auch gesteigerte visuelle „Licht- und Farben-Rausch“ Effekte auf die Psyche in Form von „Closed-Eye Visualization“ (CEV) als Beispiel. Einige möglichen Effekte könnten sich entweder als psychotisches Symptom einer zeitweiligen Psychose (Serotonin-Syndrom) – insbesondere bei Konzentrat oder Extrakt Anwendung und hoher Dosierung – oder als erhöhte psychotrope (psychoaktive) Wirkung beschreiben lassen.

  • Zusammenfassung:

Etwa 30 Prozent der Weltbevölkerung tragen genetische Anlagen, die sie anfällig für Psychosen machen könnten. – Davon kann bei vulnerablen Menschen unter Stress und durch den Konsum spezifischer Substanzen eine verstärkte Steigerung von psychotischen Symptomen oder sogar das Risiko einer manifesten Psychose bei circa 1 bis 3 Prozent der Personen erhöht sein.

  • Fazit:

Es gibt viele weitere Einflussfaktoren, die jedoch den Rahmen dieses Artikels sprengen würden. Geistige Störungen (Psychosen) „nur“ an Cannabis Gebrauch auszumachen, ist jedenfalls absolut nicht möglich!
Man muss sich zudem fragen, warum Psychosen selten oder nie als Arzneimittel-Nebenwirkungen von „Dronabinol“ (Marinol; reines THC), „Sativex“ (Nabiximols) und „Nabilon“ angegeben werden.
Selbst in offiziellen Medizin-Berichten werden psychotische Symptome für Cannabis-Patienten, somit Konsumenten, tendenziös in nur sehr geringen Fällen verzeichnet und werden systemisch nicht beobachtet! [6]. – In einigen Fällen wird Cannabis sogar bewusst als Anxiolytikum (Angst- und Traumata-Löser) von Konsumenten verwendet und teilweise sogar medizinisch eingesetzt. [7].

🇬🇧 “There are many who have slipped into psychosis after consuming cannabis and ruined their lives.”

Such statements are a relic from the “Reefer Madness” era, which have been used and spread by prohibitionists since the 1930s until today.
A mental disorder (psychosis) is never monocausal, or can only be traced back to a “single” cause, not even to cannabis consumption! [1].
Approximately 1% of the population experiences psychosis at least once in their life. In general, people with psychiatric disorders use more drugs or medication. This can be counterproductive, but it is not the cause, but usually a consequence. [2],[7].
It can be said that stress, especially that caused by the consequences of drug-prohibition and its repressive interventions, represent much greater risk factors for psychotic-trauma in cannabis-users, especially for vulnerable, receptive or sensitive people.

  • Psychosis / Psychotic-Symptoms – Differences:
First of all, it should be said that psychoses and psychotic-symptoms (signs) are different things:
Psychosis: essentially means disorders in behavior and perception, i.e.: hallucinations, delusions up to a loss of reality or ego-disorders, etc., which can extend over longer periods of time.
Psychotic: means signs (symptoms) with tendentially fleeting effects or episodes that can manifest themselves, for example, in panic, anxiety states, depression, etc. Psychotic-symptoms are sometimes confused with psychoses. Although psychotic-symptoms can be interpreted as precursors in individual cases, they do not necessarily end in psychosis.

  • Mental disorders – causes:

It is highly likely that “mental disorders” (psychoses) are related to existing “previous illnesses” (e.g.: diathesis); i.e. genetic defects, neurological damage (Stroke, CADASIL, ...), brain injury (brain tumors), injuries, (parasitic) infections; as well as metabolic disorders (hormone system) in the context of “stress” in the foreground. The whole thing is sometimes discussed as a “(vulnerability) diathesis-stress model”.

  • Stress (General):

Stigmatization influences psychotic-diseases, that proved negatively. The influence of state persecution on cannabis-psychosis association is barely discussed, although that could explain the missing association with Dronabinol. [8].
Stress caused by criminalization, law enforcement, constant unequal treatment and stigmatization, defamation (degradation), and pathologization (describing someone as diseased) is harmful to health!
Stress caused by reporting informants to the police and the subsequent repressive measures such as intimate and house searches can trigger panic fear and cause psychotic, traumatizing stress. – Abstinence therapies (e.g.: “Twelve-Step-Program”) ordered by a court under compulsion can also cause stress-problems and produce psychotic-symptoms!
But increased performance can also lead to “burnout” stress. Activities and work that require a high level of concentration and/or are carried out for very long periods of time, as well as excessive competitive sports, for example, can lead to psychotic-symptoms.
There are a whole range of other stressful situations. Including living in big cities, lack of sleep, loud noise, even poverty can cause traumatizing stress and lead to psychotic-symptoms.
Adolescents and young people may be more sensitive (vulnerable) to stress during their learning and educational phase, as their brain is still developing and the hormonal system (adrenaline, dopamine, serotonin etc.) may not yet be sufficiently coordinated with the body's cannabinoid system.

  • Substances:

Alcohol (ethanol), when consumed in "high" doses, can increase the stress-factor due to its delirious effect and cause psychotic-symptoms in the form of mild mental chaos up to disinhibition or even delusions, illusions and deceptive effects. This can be part of psychosis.
Stimulants such as amphetamines, as well as sleep deprivation, are much more strongly “linked” to psychotic-symptoms than cannabis. Even the regularly sold stimulants caffeine and nicotine can trigger (stimulate) psychosis. [3]. 
Everyday consumer products such as “caffeine” (coffee, energy drinks, etc.), as a stimulant with its exhilarating and performance-enhancing properties, can be a stressor (stress-factor) – which in some cases can also lead to psychotic symptoms.
A number of pharmaceutical medications (e.g.: “Ritalin”, which is based on amphetamines, and “Paracetamol with caffeine”, etc.), with stimulant properties, can increase the stress-factor and possibly promote psychotic-symptoms.
Another factor is synthetic-cannabinoids (NPS), which have been used uncontrolled on the black market in cannabis products since around 2011. Psychotic-symptoms are often described with these substances, which can degenerate into severe horror-trips (psychosis) and even death.
Who knows whether the psychoactive “incense” (Boswellia), so beloved by Christian Catholics, might not even be involved in psychotic-symptoms. Sniff a little too much olibanum-smoke from the priest at the altar or drink frankincense-resin as tea, and the seemingly impossible could happen to a potentially vulnerable person. [4],[5].
St. John's wort (Hypericum perforatum) has the ability to not only relieve depressive states in certain cases through its psychoactive effects and have a calming effect, but can also increase photosensitivity - the skin's sensitivity to sunlight - as a side effect. Increased visual “light and color rush” effects on the psyche in the form of “closed-eye visualization” (CEV) as an example are also imaginable. Some possible effects could be described either as a psychotic symptom of temporary psychosis (serotonin syndrome) - especially when using concentrate or extract and high dosage - or as an increased psychotrope (psychoactive) effect.
  • Summary:
About 30 percent of the world's population carries genetic predispositions that could make them susceptible to psychosis. – Of these, vulnerable people under stress and the consumption of specific substances can experience an increased increase in psychotic symptoms or even the risk of manifest psychosis in around 1 to 3 percent of people.

  • Conclusion:

There are many other influencing factors, but they are beyond the scope of this article. In any case, it is absolutely not possible to describe mental-disorders (psychoses) “only” through the use of cannabis!
You also have to ask yourself why psychosis is rarely or not reported as a medicine-side-effect of “Dronabinol” (Marinol; pure THC), “Sativex” (Nabiximols) and “Nabilone”.
Even in official medical reports, psychotic-symptoms for cannabis-patients, i.e. consumers, tend to play little role and are not observed systemically! [6]. – In some cases, cannabis is even consciously used by consumers as an anxiolytic (anxiety and trauma reliever) and is sometimes used medicinally. [7].

Verweise (References):

Substanzen – Amphetamin, Koffein, Nikotin:
Berichte:
Antidepressiva, Anxiolytikum (Angst & Panikauflösung):
Stress – Grundlagen / Basiswissen:
Stress – Studien und Analysen:
  • “Psychosocial Stress and Psychosis. A Review of the Neurobiological Mechanisms and the Evidence for Gene-Stress Interaction“ (Accumulating evidence suggests that psychosocial stress may be associated with an increased risk for developing psychosis. ...), https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2632486/ (11/2008).

Psychosen (Schizophrenie) – Grundlagen:

Psychosen (Schizophrenie) – Diverse Querverweise:

Erstellt am: 07.01.2022,
Bearbeitet: 29.10.2025.

Schlagworte: Hanf (Cannabis), Drogen, Droge, Substanzen, Substanz, Medizin; Psychosomatik, Psychologie, Psychiatrie, Psyche, Psychosen, Psychose, Psychotisch, psychotische Episoden, psychisch Krank, psychische Erkrankung, Stress-Psychose, Schizophrenie, schizophren; Neurologisch, Neurologie, Neuroleptikum; Gehirn, Hirn, Seele; Gehirnkrankheit; Unruhe-Stress; Reefer Madness (Joint-Wahnsinn); Brandmarkung.

Mythos #FPS-05: “Flashback”

 🇩🇪 „Nach Konsum von Drogen bekommt man immer Flashbacks.“:

Menschen haben mal Sekundenschlaf, Menschen wird mal Schwarz vor Augen, Menschen haben Migräne (mit Aura) etc. Nur, weil eine Sinneswahrnehmung einen an einen Trip erinnert, ist das noch lange kein Drogen-Flashback. Ein Déjà-vu ist ja auch keine Zeitreise, oder?
Bei klassischen Psychedelika kommt es sehr selten zur HPPD (dt.: fortbestehende Wahrnehmungsstörung nach Halluzinogen gebrauch).
Jeder Mensch hat mal Schwindel, Panik, Aura etc. In anderen Worten: Abstinenzler haben auch „Flashbacks“, nur assoziieren diese jenen Bewusstseinszustand nicht mit einem vorherigen Rausch.
Natürlicher Flashback:
Flashbacks können z.B. bei Gerüchen aus der Vergangenheit, beim Hören von früheren Lieblingsliedern oder der Wahrnehmung eines aus der Vergangenheit bekannten Ortes auftreten. Dabei fühlt sich die Person für kurze Zeit in die Situation zurück versetzt, bzw. erlebt sie erneut. Diese Art von Flashback ist nicht nachteilig, sondern nur eine spezielle Form ausgeprägter Erinnerung.

🇬🇧 „After using drugs, you always get flashbacks.“:

People sometimes microsleep, people black out, people have migraines (with aura), etc. Just because a sensory perception reminds you of a trip doesn't mean it's a drug-flashback. A déjà-vu is not a time travel, is it?
With classic psychedelics, HPPD (Hallucinogen Persisting Perception Disorder) is very rare.
Everyone has dizziness, panic, aura etc. In other words: abstainers also have „flashbacks“, only they do not associate that state of consciousness with a previous intoxication.
Natural Flashback:
Flashbacks can occur, for example, with smells from the past, listening to a previous favorite song, or seeing a familiar place from the past. The person feels put back into the situation for a short time or experiences it again. This type of flashback is not detrimental, it is just a special form of distinct memory.

Verweise:

Weiteres:
Erstellt am: 22.03.2023,
Bearbeitet: 12.04.2023.

Schlagworte: Wiedererleben von bereits erlebten Gefühlszuständen; Drogentrips, Drogentrip; Trips, Trip; Wahrnehmung, Wahrnehmungsveränderungen; Erinnerung, Erinnerungen, Gedächtnis, Gedächtnisse, Wiedererleben; Flashback, Flashbacks, Flash-Back, Flash-Backs; Psychosomatik, Psychologie, Psyche, Stress-Psychose, Psychosen; Hirn, Gehirn; Substanzen.

Mythos #69: “Allmächtig”

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

„Einmal ein Süchtiger, immer ein Süchtiger.“

Die Vorstellung, dass jemand, der einmal ein bestimmtes Problem hat, für immer daran gefangen bleibt, ist Unsinn.

Jeder Mensch ist anders und jede Substanz und jeder Kampf mit Sucht ist anders. Wichtig ist auch, dass eine Person nicht süchtig ist – ihre Identität ist viel reicher, breiter und facettenreicher. Die Vorstellung einer allmächtigen, übergreifenden Identität ist schädlich und irreführend.

Ergänzungen:

Der Begriff »Sucht« (starkes Verlangen) kommt im Ursprung von „Siechen“ (bzw. Siechtum), es bedeutet Leid, Krank sein, und verbindet sich mit Gebrechlichkeit. Wenn jemand unter seinem Konsum leidet, dann hat er eine Sucht. Ist es nicht so, dann ist die Spanne halt sehr weit. Von Sucht spricht man aber mittlerweile wirklich nicht mehr, Substanz-Konsumstörungen (SUD) beschreiben es eher.

Konsumenten leiden jedoch sehr häufig darunter, dass der Begriff „Sucht“ in herablassender und stigmatisierender Weise gegenüber ihnen verwendet wird. Das Diskriminieren von Konsumenten als Süchtige kann für vulnerable (sensible) Personen hohe psychische Stressbelastung darstellen. 

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

„Einmal süchtiger, immer süchtiger.“

Die Darstellung, dass Menschen für immer gefangen bleiben, ist Blödsinn. Jeder Mensch ist anders.

Wichtig ist auch, dass das Ausdruck Sucht, reduktionistisch (verallgemeinernd), schädlich und irreführend ist – ihre Persönlichkeit ist viel unbegrenzter, größer und vielseitiger.

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

“Once an addict, always an addict.”

The idea that once anyone has a particular problem then forever they’ll remain captive to it, is nonsense.

Each person is different and each substance and struggle with addiction is different. Importantly too, a person is not an addict, their identity is much richer, broader and multi-faceted. The notion of an all-powerful overarching identity is damaging and misleading.

Additions:

The term 'addiction' (strong desire) comes from the origin of 'infirmity' (or sickness), it means suffering and being fragility. If someone suffers from their consumption, then they have an addiction. If not, then the range is very wide. However, one really no longer speaks of addiction, substance use disorders (SUD) describe it more.

However, consumers very often suffer when the term 'addiction' is used in a condescending and stigmatizing way towards them. The discrimination of consumers as addicts can represent a high level of psychological stress for vulnerable (sensitive) persons.

🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

“Once an addict, always an addict.”

The idea that people forever remain captive is nonsense. Each person is different. Importantly too, the label addict is reductionist, damaging and misleading, their identity is much richer, broader and multi-faceted. [13.11.2021,Twitter].

Verweise:

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 23.10.2022.

Schlagworte: Sucht, Süchtige, Süchtigen, Süchtig; Krankheit, Gesundheit; Diskriminierung, Abgrenzung, Brandmarkung, Stigmatisierung, Stigmata; Psychologie, Psyche, Stress-Psychose, Psychosen; Substanzen; Substanzgebrauchsstörung.

Mythos #28: “Stigmata”

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«

„Um Stigmatisierung zu verhindern, müssen wir Sucht als Krankheit verstehen.“

Ja, wir wollen Stigmatisierung verhindern, aber Sucht (Abhängigkeit) ist keine Krankheit.

Der wirksamste Weg, Stigmatisierung zu verhindern, besteht darin, die Drogen-Ideologie und Trennung (Apartheid) aus der Gesellschaft zu beenden und die heuchlerische und fehlerhafte soziale Konstruktion von „Drogen“ in Frage zu stellen.

Anmerkungen:

Der Begriff „Sucht“, etymologisch von „Siechtum“ kommend = „krankheit“, ist ein Wort, welches Diskriminierung fördert und tendenziell ein stigmatisierender, irreführender Ausdruck!

Menschen, die keine Minderheiten diskriminieren wollen, sollten dieses Wort nicht gebrauchen, denn dieses kann auf sensible Personen sehr verletzend wirken. Der Begriff „Substanzgebrauchsstörung“ (SUD) wäre ein etwas angemessener Begriff, der von vielen Experten empfohlen wird.

Vorteilhafter scheint es, dieses als „regelmäßigen“ oder „sich wiederholender“ Konsum zu beschreiben!

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

„Um Stigmatisierungen vorzubeugen, müssen wir Sucht als Krankheit begreifen.“

Ja, wir wollen Stigmatisierungen abwenden, aber Sucht ist keine Krankheit.

Der effektivste Weg, Stigmatisierung abzuwenden, besteht darin, die Drogen-Ideologie und Trennung (Apartheid) zu aufgeben und die verlogene und inkorrekte soziale Konstruktion von „Drogen“ in Frage zu stellen.

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

“To prevent stigma, we need to understand addiction as a disease.”

Yes, we want to prevent stigma, but addiction is not a disease. The most effective way to prevent stigma is to end the drug apartheid and challenge the hypocritical and flawed social construction of “drugs”.

Added notes:

The term "addiction", etymologically coming from "infirmity" (sickness), is a word that promotes discrimination and is a rather stigmatizing, misleading term!

People who do not want to discriminate against minorities, should not use this word, because it can be very offensive to sensitive people. The term “substance use disorder” (SUD) would be a somewhat appropriate term, recommended by many experts.

It seems more beneficial to describe this as “regular” or “repetitive” consumption!

“To prevent stigma, we need to see addiction as a disease.”

We want to prevent stigma, but addiction is not a disease. The most effective way to prevent stigma is to end the drug apartheid and challenge the hypocritical and flawed social construction of “drugs”. [06.11.2021,Twitter].

Verweise:

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 18.05.2024.

Schlagworte: Sucht, Süchtig, Süchtige, Süchtigen; Substanzgebrauchsstörung (SUD), Substanzgebrauchsstörungen; Siechtum = Gebrechen, Schwäche; Abhängigkeit, Abhängig; Akzeptanz, Anerkennung, Würdigung; Psychologie, Psychosomatik, Psyche, Stress; Brandmarkung, Stigmatisierung, Stigmata; Substanzen.

Mythos #10: “Verteilung”

🇩🇪 Version von “Yo24hua / B. Gegenhuber” (Erweitert):

„Sucht ist gleich verteilt in der Gesellschaft.“ (Drogenkonsum ist gleich Drogensucht).

Substanz-Konsum ist in der Gesellschaft gleich verteilt, chronische Sucht, Abhängigkeit, bzw. „Substanzgebrauchsstörungen“ (SUD) jedoch nicht immer.

Obwohl jeder betroffen sein kann, betrifft chronisch „problematischer Drogenkonsum“ (PDU) tendenziell überproportional diejenigen, die mit niedrigen sozioökonomischer Status (z.B.: minderer Bildung und geringes Einkommen) benachteiligt sind. Psychisch belastete Personen (z.B.: Opfer von traumatischer Misshandlung) können davon betroffen sein. Viele bestehende Risikofaktoren, so auch einhergehender Stress durch Leistungsdruck während der Lern-, Bildungsphase und beruflicher Arbeit etc., können bei psychisch vulnerabel (verletzlich), sensiblen bzw. empfindlich veranlagten Personen Einfluss darauf nehmen. Sowie diejenigen, die schon vor dem problematischen Drogenkonsum erhebliche Schwierigkeiten in ihren Leben hatten, neigen eher dazu „Störungen im Substanz-Gebrauch“ (SUD) zu entwickeln.

Diesen Menschen fehlen oftmals die Ressourcen, Möglichkeiten und Unterstützung, um sich von ihren Problemen zu erholen sowie Ausgleich zu finden, was zu einer chronischen Sucht, bzw. Entwicklung einer Abhängigkeitserkrankung führen kann.

Anmerkungen:

Niemand sollte für dessen Konsumverhalten stigmatisiert (gebrandmarkt) werden, den jeder Mensch hat ein Recht darauf, gleichwertig behandelt zu werden. Man soll Substanzgebrauchsstörungen (SUD) auch als „Gleichberechtigung“ verstehen, die jeder haben darf. Dies ist das Prinzip der „Chancengleichheit“ in der Gesellschaft.

🇩🇪 Version von “Yo24hua” aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

„Sucht ist in der Gesellschaft gleich verteilt. (Drogenkonsum ist gleichbedeutend mit Drogensucht).

Drogenkonsum ist in der Gesellschaft gleich verteilt, chronische Sucht jedoch nicht. Obwohl jeder betroffen sein kann, betrifft chronischer „problematischer Drogenkonsum“ (PDU) vergleichsweise überproportional Menschen mit Ungleichbehandlung und sonstigen Barrieren im Leben, die schon vor dem riskanten Drogenkonsum erhebliche Sorgen und Nöte hatten.

Diesen Menschen fehlen die Ressourcen, Möglichkeiten und Unterstützung, um sich zu regenerieren, was zu einer dauerhaften Sucht führt.

🇩🇪 Version von “Dr. F. P. Steinmetz” aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

„Sucht ist in der Gesellschaft gleich verteilt.“ (Drogenkonsum ist mit Drogensucht identisch).

Drogenkonsum ist in der Gesellschaft gleich verteilt, Abhängigkeiten (Substanzgebrauchsstörungen) nicht. Letztere treffen statistisch eher Menschen mit Traumata und anderweitigen Schwierigkeiten. [18.11.2021,Twitter].

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

“Addiction is an equal opportunity employer.” (Drug use equals drug addiction).

Drug use is an equal opportunity employer, but chronic addiction isn’t. While anyone can be affected, chronic “problematic drug use” (PDU) tends to disproportionately affect those with disadvantaged and damaged lives that had significant difficulties before PDU and these people lack the resources, opportunities and support to recover, resulting in chronic addiction.

Added Notes:

Nobody should be stigmatized (branded) for their consumption behavior, because everyone has the right to be treated equally. Substance use disorders (SUD) should also be understood as "equal rights" that everyone is allowed to have. This is the principle of "equal opportunity" in society.

🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

“Addiction is an equal opportunity employer.” (Drug-use is synonymous with drug-addiction).

Drug use is an equal opportunity employer, but chronic addiction isn’t. Chronic problematic drug use disproportionately affects people who had difficult, disadvantaged and damaged lives before using drugs. [03.11.2021,Twitter].

Verweise:

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 11.06.2024.

Persönliche Bemerkung: Die englische Satzbildung mit „equal opportunity” und „employer” ist ein recht markanter »Slang«. Hierfür sind gute Kenntnisse und kreative Übersetzung nötig.

Schlagworte: Sucht, Süchtig, Süchtige, Süchtigen; Substanzgebrauchsstörung (SUD), Substanzgebrauchsstörungen; Menschenrechte; Chancengleichheit, Gleichberechtigung, Gleichheit; Psychologie, Psyche, Stress-Psychose; Substanzen.