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Mythos #66: “Gesundung”

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

„»In der Genesung« ist der Begriff für eine Person, die keine Drogen mehr konsumiert.“

Eine Person, die die Sucht überwindet, befindet sich nicht ewig in der Genesung.

Dies ist ein Krankheitsmodell der Sucht, das behauptet, dass Menschen sich nie von der Sucht erholen, also den Rest ihres Lebens als „Süchtige“ in Genesung verbringen und mit einer unheilbaren Krankheit leben.

Während sich „in Genesung“ auf den Zeitraum beziehen sollte, in dem die Sucht bekämpft und von der Sucht erholt wird, sind sie nach diesem Zeitraum genesen.

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

In der Gesundung.

Ein Mensch, der die Sucht bewältigt, ist nicht für immer in Gesundung. Dies ist ein Krankheitsmodell des Sucht-Unsinns, das fälschlicherweise sagt, dass Personen sich nie von der Sucht erholen, also den Rest ihres Lebens als „Süchtige“ in Gesundung zubringen müssen, um mit einer nicht kurierbaren Krankheit fertig zu werden.

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

»In-recovery« is the term for a person who no longer uses drugs.”

A person who overcomes addiction isn’t forever in recovery, this is a disease model of addiction that claims people never recover from addiction, so spend the rest of life as “addicts” in recovery, living with an incurable disease.

Whereas, “in recovery” should refer to the period when tackling addiction and recovering from addiction, after that period they are recovered.

🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

“In-recovery.”

A person who overcomes addiction isn’t forever in-recovery, this is disease model of addiction nonsense that wrongly claims people never recover from addiction, so must spend the rest of life as “addicts” in-recovery, coping with an incurable disease. [13.11.2021,Twitter].

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 17.06.2022.

Schlagworte: Besserung, Heilung, Gesundungsprozess; Drogen, Substanzen; Substanzgebrauchsstörung.

Mythos #49: “Bedingungen”

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

Besser, dass jemand vom Gericht zur Drogentherapie gezwungen wird, als ins Gefängnis zu gehen.“

Alles kann schmackhaft und gerechtfertigt erscheinen, wenn es als Alternative zum Gefängnis präsentiert wird.

Für die überwiegende Mehrheit, der unproblematischen Drogenkonsumenten, ist eine Zwangsbehandlung sinnlos, teuer und unethisch.

Für die kleine Minderheit problematischer Nutzer, die Hilfe benötigen und wünschen, ist es besser, dass sie nach einer gründlichen Bewertung freiwillig auf Hilfe in der Gemeinschaft zugreifen können. Des Weiteren ist es vorteilhafter für Betroffene, auf ein am besten geeigneten Behandlungsplan mit Zugang zu einer vollständigen Palette von Dienstleistungen abgestimmt zu werden; anstatt dass Betroffene ein „Zwölf-Schritte-Programm“ der erzwungenen Abstinenz durchführen müssen und mit der Androhung einer Gefängnisstrafe für jeden Fehler bedroht und stigmatisiert werden, sind die benannten Schritte der sicherste Weg.

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

“Besser, dass jemand eine Drogentherapie bekommt, als ins Gefängnis gehen zu müssen.”

Alles mag gerechtfertigt wirken, wenn es als Alternative zum Gefängnis präsentiert wird.

Für nicht problematische Drogenkonsumenten ist Zwangsbehandlung zwecklos, teuer und unethisch.

Für die kleine Randgruppe problematischer Benutzer, die Hilfe brauchen und wollen, ist es besser, wenn sie nach einer gründlichen Begutachtung freiwillig auf Hilfe zugreifen; anstelle eines erzwungenen „12-Schritte-Programm“ zur Enthaltsamkeit im Einheitsverfahren, bei dem bei jedem Scheitern eine Haftstrafe droht.

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

“Better that someone gets treatment in Drug Court than go to prison.”

Anything can appear palatable and justified if presented as an alternative to prison.

For the overwhelming majority of non-problematic drug users, coercive treatment is pointless, expensive, and unethical.

For the small minority of problematic users who need and want help, it is better that they can access help voluntarily in the community, following a thorough assessment, and be matched to a best-fit treatment plan that has access to a full range of services; rather than having to carry out an enforced abstinence “12-step-programme“ with the threat of imprisonment looming for any failure.

🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

“Better that someone gets Drug Court than prison.”

Anything can be justified if presented as an alternative to prison. For non-problematic drug users, coercive treatment is futile, expensive, and unethical. [12.11.2021,Twitter].

For the small minority of problematic users who need & want help, it's better they access help voluntarily, following a thorough assessment; rather than a one-size-fits-all enforced abstinence “12-step-programme“ with the threat of imprisonment looming for any failure. [12.11.2021,Twitter].

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 09.04.2022.

Persönliche Bemerkung: Diese englische Satzbildung mit „Drug-Court“ ist wieder mal ein etwas markanter »Slang«. Hierfür ist gutes Wissen und eine kreative Übersetzung erforderlich.

Schlagworte: Menschenrechte; Chancengleichheit, Gleichheit, Gleichberechtigung; Würdigung, Akzeptanz, Anerkennung, Respektierung; Substanzen.

Mythos #25: “Abstinenz“

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

„Schadensminderung unterstützt keine Abstinenz.“

Bei der Schadensminderung geht es nicht darum, Menschen von Drogen abzubringen – es geht darum, mit Menschen zusammenzuarbeiten, um Risiken zu reduzieren.

In manchen Fällen kann Abstinenz jedoch eine gute Möglichkeit sein, Risiken zu reduzieren – Schadensminderung (Harm-Reduction) beinhaltet also Abstinenz – aber nur, wenn die Person bereit, in der Lage, interessiert und willig ist, abstinent zu werden.

Anmerkungen:

Jeglicher Zwang zur Drogen-Abstinenz bewirkt keine Schadensminimierung, sondern erzeugt das Gegenteil. Denn die möglichen psychischen Folgen einer Vorgabe können beim Konsumenten sogar Schäden maximieren.

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

„Schadensminimierung unterstützt keine Enthaltsamkeit.“

Bei der Schadensminimierung geht es nicht darum, Leute von Drogen abzuhalten – es geht darum, mit Leuten gemeinsame Ziele zu verfolgen, um Risiken zu vermindern.

Schadensminimierung schließt Enthaltsamkeit ein – aber nur, wenn die Person bereit, fit, aufgeschlossen und willens ist, enthaltsam zu sein.

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

“Harm reduction doesn’t support abstinence.”

Harm reduction isn’t about getting people off drugs – it’s about working with people to reduce risks.

However, in some cases abstinence might be a good way to reduce risks – so harm reduction incorporates abstinence – but only if the person is ready, able, interested and wanting to become abstinent.

Added notes:

Any compulsion to abstain from drugs does not minimize damage, but creates the opposite. The possible psychological consequences of a requirement can even maximize damage to the consumer.

🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

“Harm reduction doesn’t support abstinence.”

Harm reduction isn’t about getting people off drugs – it’s about working with people to reduce risks.

Harm reduction incorporates abstinence – but only if the person is ready, able, interested and wanting to be abstinent. [06.11.2021,Twitter].

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 22.05.2022.

Schlagworte: Gebrauch, Konsum; Clean, Sauber, Rein; Gesundheit, Krankheit; Fürsorge; Substanzen.

Mythos #23: “Trennung”

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

„Bei der Genesung geht es darum, drogenfrei zu werden.“

Bei der Genesung geht es darum, dass Menschen, die von Drogen abhängig waren, die Kontrolle über ihr Leben wiedererlangen, aber dafür ist es nicht immer notwendig, drogenfrei zu werden.

Manche Menschen ordnen ihr Leben und konsumieren unproblematisch weiter, und manche nehmen saubere, gesetzlich vorgeschriebene Substitute (Ersatzmittel) wie Methadon oder Heroin vom Arzt verschrieben und führen erfolgreich ein produktives und stabiles Leben.

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

„Bei der Genesung geht es darum, Drogen-Abstinent
zu werden.“

Bei keiner Genesung geht es darum, dass die Personen die Kontrolle zurückgewinnen. Um dies zu erreichen, ist es nicht immer erforderlich, Drogen-Abstinent zu werden.

Unproblematischer Konsum und verschriebene Ersatzstoffe wie Methadon oder »medizinisches«-Heroin können zur Genesung führen.

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

“Recovery is about becoming drug-free.”

Recovery is about people who have been dependent on drugs regaining control of their life, but becoming drug-free isn’t always necessary to achieve that.

Some people sort their life out and continue to use in a non-problematic way, and some takes clean legal prescribed substitutes such as methadone or heroin and successfully lead productive and stable lives.

🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

“Recovery is about becoming drug-free”

No recovery is about people regaining control, becoming drug-free isn’t always necessary to achieve that.

Non-problematic use and prescribed substitutes such as methadone or »medical«-heroin can deliver recovery. [04.11.2021,Twitter].

Verweise:

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 22.03.2022.

Schlagworte: Sucht, Süchtig, Süchtige, Süchtigen; Substanzgebrauchsstörung, SUD, Substanzgebrauchsstörungen; Abhängigkeit; Fürsorge; Prävention, Vorsorge; Opium, Opiate, Opioide; Heroin, Diamorphin; Schlafmohn, Mohn; Substanzen.