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Mythos #MIX-07: "Substitution"

🇩🇪 „Cannabis ist als Substitutionsmittel nicht geeignet, da es eine Droge ist, die eine neue Sucht fördert.“
Irrtum – Für Alkoholiker, Tabak, Medikamenten und Opioid-Abhängige zeigt Cannabis-Substitution (Ersatzgabe) große Potenziale, wie mehrere Studien nahelegen. Auch für weitere Substanzen kann Cannabis unter Umständen Chancen zum „Ausstieg“ bieten.
Die drei wichtigsten Gründe für eine Substitution mit Cannabis sind:
1. Weniger Entzugserscheinungen,
2. Geringere Nebenwirkungen,
3. Bessere Symptomkontrolle.
Risiken des Substanz-Gebrauch – Vorteile von Cannabis:
Alkohol, Opioide, Benzodiazepine und Tabak können zu einer starken körperlichen und psychischen Abhängigkeit führen, die bei Entzug und Abstinenz zu schwerwiegenden Reaktionen des Körpers führen kann – Cannabis zeigt jedoch keinerlei körperlichen Potenziale zu Sucht und Abhängigkeit auf.
Eine Überdosis von Alkohol und Opium kann schädlich bis tödlich wirken – während mit Cannabis eine letale Überdosierung fast unmöglich ist.
Studien zeigen zudem, dass Cannabis durch seine entzündungshemmenden Wirkungen die alkoholbedingten Leberschäden mindern und vor weiteren Folgen schützen kann.
Langjähriger exzessiver Alkoholmissbrauch kann zu echten Psychosen mit Persönlichkeits- und Verhaltensveränderungen, kognitive Dissonanz (seelische Konflikte), sowie geistige Degeneration und Verfallsprozessen führen.
Cannabis-Wirkstoffe des Hanfes, also Cannabinoide, zeigen antidepressive und antipsychotische Eigenschaften, können bei stark abhängigen Menschen gegen den „Suchtdruck“ (englisch: „Craving“) wirken und Entzugserscheinungen wie Zittern, Schlaflosigkeit, Nervosität und Übelkeit mindern.
Fazit:
Es kann bei Cannabis als Ersatzmittel also nicht von Förderung einer „neuen“ Sucht oder Abhängigkeit gesprochen werden, da eine „ältere“ und deutlich riskantere Substanzgebrauchsstörung (SUD) unter Umständen damit besiegt werden kann – Cannabis kann somit eine „Ausstiegsdroge“ sein!


🇬🇧 “Cannabis is not suitable as a substitute because it is a drug that promotes a new addiction.”
Misconception – For alcoholics, tobacco, medication and opioid addicts, cannabis substitution shows great potential, as several studies suggest. Cannabis can also offer opportunities to “exit” other substances under certain circumstances.
The three most important reasons for substitution with cannabis are:
1. Fewer withdrawal symptoms,
2. Lower side effects,
3. Better symptom control.
Risks of Substance Use – Benefits of Cannabis:
Alcohol, opioids, Benzodiazepines and tobacco can lead to strong physical and psychological dependence, which can lead to serious reactions in the body during withdrawal and abstinence – however, cannabis does not show any physical potential for addiction and dependence.
An overdose of alcohol and opium can be harmful or even fatal - while a lethal overdose with cannabis is almost impossible.
Studies also show that cannabis, through its anti-inflammatory effects, can reduce alcohol-related liver damage and protect against further consequences.
Long-term excessive alcohol abuse can lead to real psychoses with personality and behavioral changes, cognitive dissonance (mental conflicts), as well as mental degeneration and decline processes.
Cannabis active ingredients in hemp, i.e. cannabinoids, show antidepressant and antipsychotic properties and can counteract “craving” in highly dependent people and reduce withdrawal symptoms such as tremors, insomnia, nervousness and nausea.
Conclusion:
Cannabis as a substitute cannot therefore be said to promote a “new” addiction or dependency, since an “older” and significantly riskier substance-use-disorder (SUD) can under certain circumstances be overcome with it – cannabis can therefore be an “exit-drug”!


Verweise:
Erstellt am: 27.05.2024,
Bearbeitet: 06.06.2024.

Schlagworte: Drogenmythos; Substitutionsmittel, Substitutionstherapie, Substitution, Ersatzmittel, Ersatz; Alkohol, Ethanol; Opium, Opioide, Opiate, Diamorphin, Morphium, Morphin, Methadon, Codein, Fentanyl, Heroin, Tilidin, Oxycodon; Tabak, Nikotin; Medizin, Pharmazeutika; Abstinenz, Entzug; Psychologie, Stress; Abhängigkeit, Sucht, Substanzgebrauchsstörung, SUD; Einstiegsdroge, Ausstieg, Ausstiegsdroge; Substanzen; Stress-Psychose.

Mythos #FPS-04: “Definition”

🇩🇪 „Es ist besser, Drogenkonsumenten als »Abhängige« und nicht als »Junkie« zu umschreiben.“:
Abhängige? – Menschen mit Substanzgebrauchsstörung!
Abhängig sind wir von Sauerstoff, Wasser etc. Die Wortwahl ist nicht mehr zeitgemäß. Und Menschen als „Abhängige“ darauf zu reduzieren ist genauso schlechte Praxis wie „Behinderte“ zu schreiben (beschreibe es optimal: „Menschen mit Behinderung“). Beste Sprache der Völker!
Ansonsten empfohlen: „Menschen, die Drogen gebrauchen“ (englische Abkürzung: „PWUD“), alternativ: „Drogen gebrauchende“ als solche zu benennen  oder von: „Substanzgebrauchsstörung“ (englische Abkürzung: „SUD“) zu sprechen.
Ergänzungen: 
Junkie (von englisch junk: „Müll, Abfall“) ist ein umgangssprachlicher Begriff für Menschen, die in einem fortgeschrittenen Stadium Substanzen konsumieren. Dieses wird häufig in diskriminierender, abwertender Art und Weise verwendet, um Konsumenten von Substanzen zu stigmatisieren. Wer die Menschenwürde achten möchte, verzichtet auf solche Bezeichnungen!

🇬🇧 „It's better to describe drug users as »dependents« rather than »junkies«.“:

Dependents? – People with substance use disorders!
We are dependent on oxygen, water, etc. The choice of words is no longer up to date. And reducing people to that as “dependents” is just as bad practice as writing “disabled” (describe it optimal: “people with disabilities”). Best language of the peoples!
Otherwise, recommended: “People who use drugs” (English abbreviation: 'PWUD'), alternatively: to name “Drug users” as such – or to speak of: “Substance use disorder” (English abbreviation: 'SUD').
Additions:
Junkie (from junk: 'garbage, trash, or waste') is a colloquial term to describe people, who use substanses at an advanced stage. This is often used in a discriminatory, derogatory way to stigmatize substance users. Those who want to respect human dignity should refrain from such designations!

Verweise:

Erstellt am: 22.04.2022,
Bearbeitet: 15.06.2023.
   
Schlagworte: Definition, Einordnung, Bestimmung, Spezifizierung; Würde, Würdigung, Respekt; Konsum, Gebrauch; Stigmatisierung, Stigmata, Brandmarkung; Junky, Drogenjunkie; Substanzen.

Mythos #FPS-02: “Sucht”

🇩🇪 „Cannabis-Patienten missbrauchen ärztliche Rezepte für ihre Sucht.“

Lüge – Die Mehrheit der medizinischen und freizeitlichen Cannabis-Konsumenten hat keine Substanzgebrauchsstörung (SUD). Jene reißerische Verknüpfung mit „Sucht“ ist destruktiv, zumal die Begrifflichkeit unwissenschaftlich und diskriminierend ist. [1].
Sucht kommt von Siechtum und ist eher eine Beleidigung als ein Fachbegriff. Praktisch alle aktuellen Dokumente, die sich mit dem Thema wissenschaftlich auseinandersetzen, meiden den Begriff. Menschen, die keine Minderheiten diskriminieren wollen, mögen sich dem anschließen. [2].
Die Differenzierung von physischer und psychischer Abhängigkeit ist zudem sehr vereinfacht bzw. veraltet. [3].

🇬🇧 „Cannabis patients abuse medical prescriptions for their addiction.“

Lie – The majority of medicinal and recreational cannabis users do not have a Substance Use Disorder (SUD). That lurid association with 'addiction' is destructive, especially since the terminology is unscientific and discriminatory. 
Addiction comes from infirmity and is more of an insult than a technical term. Practically all current documents that deal with the topic scientifically avoid the term. People who do not want to discriminate against minorities may agree. 
The differentiation between physical and psychological dependency is also very simplified or outdated.

Verweise:

  • Dr. Fabian Pitter Steinmetz:

  1. https://twitter.com/docsteinmetz/status/1506605168321777677 “Die Mehrheit der medizinischen & freizeitlichen...“ (23.03.2022).
  2. https://twitter.com/docsteinmetz/status/1506615180767252485 “Sucht kommt von Siechtum ...“ (23.03.2022).
  3. https://twitter.com/docsteinmetz/status/1506615682712190979 “Die Differenzierung von physischer & psychischer ...“ (23.03.2022).

Erstellt am: 23.03.2022,
Bearbeitet: 10.11.2022.

Schlagworte: Sucht, Süchtig, Süchtige, Süchtigen; Substanzgebrauchsstörung (SUD), Substanzgebrauchsstörungen; Sucht-Befriedigung/Zufriedenstellung; falscher Gebrauch, Missbrauch, missbräuchliche Verwendung, Zweckentfremdung; Vorurteil, Stigmata, Stigmatisierung, Brandmarkung; Substanzen.

Mythos #KMV: "Steigerung"

🇩🇪 Version inspiriert durch: „Kirsten Müller-Vahl“:

„Der Cannabis Konsum wird sich nach einer Legalisierung steigern.“
Frage: „Werden die Zahlen steigen, bei einer Legalisierung?“ (Abhängigkeitsrisiko).

Antwort von: Kirsten Müller-Vahl:
Das Abhängigkeitsrisiko ändert sich nicht durch die Legalisierung!
Es wird vielleicht Schwankungen geben, weil einige werden es mal probieren, weil es dann legal ist und vorher gesagt haben: “illegales mache ich grundsätzlich nicht”.
Aber es gibt dann andere Gruppen, die Leute sagen dann: “jetzt finde ich das nicht mehr spannend, meine Oma nimmt das auch ein”, oder: “Jetzt ist es nicht mehr verboten, jetzt ist so ein bisschen der Reiz des heimlichen irgendwie weg”.
Anmerkungen:
Leute, die sich vorher versteckt haben, werden sich dann wesentlich mehr trauen, sich zu zeigen. Es werden dadurch jedenfalls nicht wirklich viel mehr „Neue“ Konsumenten, sondern „Alte“ vermehrt sichtbarer!
🇬🇧 Version inspired by: „Kirsten Müller-Vahl“:

Cannabis consumption will increase after legalization.“
Question: „Will the numbers increase if legalized?“ (risk of dependency).

Answer from: Kirsten Müller-Vahl:
The dependency risk does not change through legalization!
There may be fluctuations, some will try it because it will then be legal and have said beforehand: "I don't do anything illegal as a matter of principle".
But then there are other groups, people then say: "Now I don't find it exciting any more, my grandmother takes it too", or: "Now it's no longer forbidden, the attraction of the secretive is somehow gone now".
Added Notes:
People who have been hiding before will then dare to show themselves much more. In any case, this does not really mean that there are many more “new” consumers, but “old” ones are becoming increasingly visible!
Verweise:
Erstellt am: 12.08.2022,
Bearbeitet: 07.07.2023.
   
Schlagworte:  Zahl / Zahlen der Konsumenten stark ansteigen / zunehmen / anwachsen / in die Höhe klettern / steigt an; viel mehr abhängige, süchtige Konsumenten; Anzahl erhöhen sich / Erhöhungen der Anzahlen / erhöht sich; Steigerung, Steigerungen; Verhaltensmuster, Verhaltensweisen; Drogen, Substanzen; Substanzgebrauchsstörung.

Mythos #69: “Allmächtig”

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

„Einmal ein Süchtiger, immer ein Süchtiger.“

Die Vorstellung, dass jemand, der einmal ein bestimmtes Problem hat, für immer daran gefangen bleibt, ist Unsinn.

Jeder Mensch ist anders und jede Substanz und jeder Kampf mit Sucht ist anders. Wichtig ist auch, dass eine Person nicht süchtig ist – ihre Identität ist viel reicher, breiter und facettenreicher. Die Vorstellung einer allmächtigen, übergreifenden Identität ist schädlich und irreführend.

Ergänzungen:

Der Begriff »Sucht« (starkes Verlangen) kommt im Ursprung von „Siechen“ (bzw. Siechtum), es bedeutet Leid, Krank sein, und verbindet sich mit Gebrechlichkeit. Wenn jemand unter seinem Konsum leidet, dann hat er eine Sucht. Ist es nicht so, dann ist die Spanne halt sehr weit. Von Sucht spricht man aber mittlerweile wirklich nicht mehr, Substanz-Konsumstörungen (SUD) beschreiben es eher.

Konsumenten leiden jedoch sehr häufig darunter, dass der Begriff „Sucht“ in herablassender und stigmatisierender Weise gegenüber ihnen verwendet wird. Das Diskriminieren von Konsumenten als Süchtige kann für vulnerable (sensible) Personen hohe psychische Stressbelastung darstellen. 

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

„Einmal süchtiger, immer süchtiger.“

Die Darstellung, dass Menschen für immer gefangen bleiben, ist Blödsinn. Jeder Mensch ist anders.

Wichtig ist auch, dass das Ausdruck Sucht, reduktionistisch (verallgemeinernd), schädlich und irreführend ist – ihre Persönlichkeit ist viel unbegrenzter, größer und vielseitiger.

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

“Once an addict, always an addict.”

The idea that once anyone has a particular problem then forever they’ll remain captive to it, is nonsense.

Each person is different and each substance and struggle with addiction is different. Importantly too, a person is not an addict, their identity is much richer, broader and multi-faceted. The notion of an all-powerful overarching identity is damaging and misleading.

Additions:

The term 'addiction' (strong desire) comes from the origin of 'infirmity' (or sickness), it means suffering and being fragility. If someone suffers from their consumption, then they have an addiction. If not, then the range is very wide. However, one really no longer speaks of addiction, substance use disorders (SUD) describe it more.

However, consumers very often suffer when the term 'addiction' is used in a condescending and stigmatizing way towards them. The discrimination of consumers as addicts can represent a high level of psychological stress for vulnerable (sensitive) persons.

🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

“Once an addict, always an addict.”

The idea that people forever remain captive is nonsense. Each person is different. Importantly too, the label addict is reductionist, damaging and misleading, their identity is much richer, broader and multi-faceted. [13.11.2021,Twitter].

Verweise:

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 23.10.2022.

Schlagworte: Sucht, Süchtige, Süchtigen, Süchtig; Krankheit, Gesundheit; Diskriminierung, Abgrenzung, Brandmarkung, Stigmatisierung, Stigmata; Psychologie, Psyche, Stress-Psychose, Psychosen; Substanzen; Substanzgebrauchsstörung.

Mythos #66: “Gesundung”

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

„»In der Genesung« ist der Begriff für eine Person, die keine Drogen mehr konsumiert.“

Eine Person, die die Sucht überwindet, befindet sich nicht ewig in der Genesung.

Dies ist ein Krankheitsmodell der Sucht, das behauptet, dass Menschen sich nie von der Sucht erholen, also den Rest ihres Lebens als „Süchtige“ in Genesung verbringen und mit einer unheilbaren Krankheit leben.

Während sich „in Genesung“ auf den Zeitraum beziehen sollte, in dem die Sucht bekämpft und von der Sucht erholt wird, sind sie nach diesem Zeitraum genesen.

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

In der Gesundung.

Ein Mensch, der die Sucht bewältigt, ist nicht für immer in Gesundung. Dies ist ein Krankheitsmodell des Sucht-Unsinns, das fälschlicherweise sagt, dass Personen sich nie von der Sucht erholen, also den Rest ihres Lebens als „Süchtige“ in Gesundung zubringen müssen, um mit einer nicht kurierbaren Krankheit fertig zu werden.

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

»In-recovery« is the term for a person who no longer uses drugs.”

A person who overcomes addiction isn’t forever in recovery, this is a disease model of addiction that claims people never recover from addiction, so spend the rest of life as “addicts” in recovery, living with an incurable disease.

Whereas, “in recovery” should refer to the period when tackling addiction and recovering from addiction, after that period they are recovered.

🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

“In-recovery.”

A person who overcomes addiction isn’t forever in-recovery, this is disease model of addiction nonsense that wrongly claims people never recover from addiction, so must spend the rest of life as “addicts” in-recovery, coping with an incurable disease. [13.11.2021,Twitter].

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 17.06.2022.

Schlagworte: Besserung, Heilung, Gesundungsprozess; Drogen, Substanzen; Substanzgebrauchsstörung.

Mythos #54: “Genesung“

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

„Es gibt keine Heilung für Sucht.“

Sucht ist im Wesentlichen ein sozialer und psychologischer Zustand, der in außer Kontrolle geratenen Denk-, Verhaltens- und Lebensstil-Mustern verwurzelt ist.

Es ist keine unheilbare Krankheit, von der sich die Menschen nie erholen und gezwungen sind, in „Genesung“ zu leben. Die überwiegende Mehrheit der Menschen, die abhängig werden, gewinnt erfolgreich die Kontrolle zurück, die meisten von ihnen ohne professionelle Hilfe. Ein gutes Beispiel sind die vielen Menschen, die mit dem Rauchen aufgehört haben.

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

„Sucht ist nicht heilbar.“

Nein – Sucht ist ein gesellschaftlicher und psychologischer Status, der mit Denk-, Verhaltens- und Lebensstil-Mustern verbunden ist, die außer Beherrschung geraten sind. Es ist keine unheilbare Krankheit, von der sich Menschen nie erholen oder genötigt sind, in „Genesung“ zu leben.

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

“There is no cure for addiction.”

Addiction is essentially a social and psychological condition, rooted in patterns of thinking, behaviour and lifestyle that’s got out of control.

It’s not an incurable disease from which people never recover and are forced to live in “recovery”. The vast majority of people who become dependent successfully regain control, most of them without professional help. The large numbers who have quit smoking are a good example.

🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

“There is no cure for addiction.”

No. Addiction's a social and psychological condition, rooted in patterns of thinking, behaviour & lifestyle that’s got out of control. It’s not an incurable disease from which people never recover or are forced to live in “recovery”. [12.11.2021,Twitter].

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 13.04.2022.

Schlagworte: Genesung, Heilung, Besserung, Erholung, Gesundung; Tabak (Nikotin), Zigaretten; Rauchen; Substanzen; Substanzgebrauchsstörung.

Mythos #28: “Stigmata”

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«

„Um Stigmatisierung zu verhindern, müssen wir Sucht als Krankheit verstehen.“

Ja, wir wollen Stigmatisierung verhindern, aber Sucht (Abhängigkeit) ist keine Krankheit.

Der wirksamste Weg, Stigmatisierung zu verhindern, besteht darin, die Drogen-Ideologie und Trennung (Apartheid) aus der Gesellschaft zu beenden und die heuchlerische und fehlerhafte soziale Konstruktion von „Drogen“ in Frage zu stellen.

Anmerkungen:

Der Begriff „Sucht“, etymologisch von „Siechtum“ kommend = „krankheit“, ist ein Wort, welches Diskriminierung fördert und tendenziell ein stigmatisierender, irreführender Ausdruck!

Menschen, die keine Minderheiten diskriminieren wollen, sollten dieses Wort nicht gebrauchen, denn dieses kann auf sensible Personen sehr verletzend wirken. Der Begriff „Substanzgebrauchsstörung“ (SUD) wäre ein etwas angemessener Begriff, der von vielen Experten empfohlen wird.

Vorteilhafter scheint es, dieses als „regelmäßigen“ oder „sich wiederholender“ Konsum zu beschreiben!

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

„Um Stigmatisierungen vorzubeugen, müssen wir Sucht als Krankheit begreifen.“

Ja, wir wollen Stigmatisierungen abwenden, aber Sucht ist keine Krankheit.

Der effektivste Weg, Stigmatisierung abzuwenden, besteht darin, die Drogen-Ideologie und Trennung (Apartheid) zu aufgeben und die verlogene und inkorrekte soziale Konstruktion von „Drogen“ in Frage zu stellen.

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

“To prevent stigma, we need to understand addiction as a disease.”

Yes, we want to prevent stigma, but addiction is not a disease. The most effective way to prevent stigma is to end the drug apartheid and challenge the hypocritical and flawed social construction of “drugs”.

Added notes:

The term "addiction", etymologically coming from "infirmity" (sickness), is a word that promotes discrimination and is a rather stigmatizing, misleading term!

People who do not want to discriminate against minorities, should not use this word, because it can be very offensive to sensitive people. The term “substance use disorder” (SUD) would be a somewhat appropriate term, recommended by many experts.

It seems more beneficial to describe this as “regular” or “repetitive” consumption!

“To prevent stigma, we need to see addiction as a disease.”

We want to prevent stigma, but addiction is not a disease. The most effective way to prevent stigma is to end the drug apartheid and challenge the hypocritical and flawed social construction of “drugs”. [06.11.2021,Twitter].

Verweise:

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 18.05.2024.

Schlagworte: Sucht, Süchtig, Süchtige, Süchtigen; Substanzgebrauchsstörung (SUD), Substanzgebrauchsstörungen; Siechtum = Gebrechen, Schwäche; Abhängigkeit, Abhängig; Akzeptanz, Anerkennung, Würdigung; Psychologie, Psychosomatik, Psyche, Stress; Brandmarkung, Stigmatisierung, Stigmata; Substanzen.

Mythos #17: “Gesundheit”

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

„Drogenkonsum ist kein kriminelles Problem, sondern ein Gesundheitsproblem.“

Dies mag wie ein Schritt in die richtige Richtung klingen, aber die Einnahme einer Substanz ist von Natur aus kein Gesundheitsproblem, genauso wenig wie der Genuss eines Kaffees oder eines Glases Wein ein „Gesundheitsproblem“ ist. Selbst problematischer Drogenkonsum lässt sich nicht am besten als Gesundheitsproblem beschreiben, sondern eher als soziales, psychisches, gesundheitliches und/oder rechtliches Problem.

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

„Drogenkonsum ist kein Verbrechensproblem, es ist ein Gesundheitsproblem“

Der Konsum einer Substanz ist an sich kein Gesundheitsproblem, genauso wenig wie der Genuss eines Kaffees oder eines Glases Wein ein „Gesundheitsproblem“ ist. Auch Sucht ist genauer gesagt ein soziales, psychologisches, gesundheitliches und/oder rechtliches Problem.

🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

“Drug use isn’t a crime issue, it’s a health issue.”

This may sound like a step in the right direction, but taking a substance isn’t inherently a health issue, any more than enjoying a coffee or glass of wine is a ‘health issue’. Even problematic drug use isn’t best described as a health issue, it’s more accurately a social, psychological, health and/or legal issue.

🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

“Drug use isn’t a crime issue, it’s a health issue”

Using a substance isn’t inherently a health issue, any more than enjoying a coffee or glass of wine is a ‘health issue’. Even addiction is more accurately a social, psychological, health and/or legal issue. [04.11.2021,Twitter].

Erstellt am: 10.11.2021,
Bearbeitet: 16.03.2022.

Schlagworte: Substanzen.

Mythos #14: “Einstiegsdroge”

🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung« (Erweitert):

„Cannabis ist eine Einstiegsdroge, die zu Sucht und »harten« Drogen führt.“

Es stimmt nicht, dass die meisten (jungen) Erwachsenen, die Cannabis konsumiert haben, auch meistens dazu übergegangen sind, andere Drogen zu konsumieren. Weder sind sie zwingend „süchtig“ geworden, noch auf andere Drogen eingestiegen.

Viele Präsidenten der USA haben erfolgreich Cannabis ohne jeglichen Gateway-Effekt konsumiert.

Anmerkungen:

"Wäre Cannabis unter natürlicher, nicht kriminalisierter Anwendung wirklich eine Einstiegs- und Suchtdroge, dann wären schon viele traditionell Cannabis-konsumierende Völker der Weltgeschichte daran zugrunde gegangen."

Warum ist eine solche Schrittmacher-Funktion bei Alkohol, Tabak und anderen Dingen des Lebens kaum oder gar nicht gegeben? Man könnte sagen, dass es ein Einstieg in den Schwarzmarkt ist und daher auch mit anderen Substanzen in Kontakt kommen kann.

Cannabis als Droge, bzw. Substanz an sich verleitet nicht dazu, mit anderen Substanzen anzufangen oder umzusteigen, sei gesagt!

  • Die meisten Menschen, die gerne Bier trinken, steigen auch nicht zwingend (dauerhaft) auf »hochprozentige« Spirituosen um.
  • Auch Kaffeetrinker wechseln nicht generell (permanent) zu »starken« Schwarz-Tee hinüber.

Was man aber sagen kann, dass Muttermilch ein Teil des Einstieges in das Leben ist, das mit einer Abhängigkeit von körpereigenem Cannabinoid-System und dem THC nahen Anandamid steht.

Harte und Weiche Drogen:

Die Trennung zwischen „weich“ und „hart“ bei Drogen als Substanz ist wissenschaftlich gesehen völliger Unsinn. Substanzen sind weder weich (harmlos) noch hart (aggressiv) in ihrer Wirkung.

Eher gibt es weiche (niedrig dosierte) und „harte (hoch dosierte) Konsumformen bzw. Konsummuster, und die gibt es, egal ob bei Alkohol, Tabak, Kokain oder Cannabis.


    🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

    „Cannabis ist eine Einstiegsdroge, die zu Sucht und »harten« Drogen führt.“

    Unwahr, die meisten Erwachsenen, die Cannabis konsumiert haben, sind weder zu anderen Drogen gewechselt, noch sind sie „Süchtige“ geworden.

    Zahlreiche US-Präsidenten haben Cannabis erfolgreich ohne Gateway-Effekt  konsumiert.


      🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan) – Erweitert:

      “Cannabis is a gateway-drug that leads to addiction and »hard« drugs.”

      Untrue, most (young) adults have used cannabis and most have not progressed onto using other drugs, nor have they become “addicts”.

      Many Presidents of the USA all successfully used cannabis without any gateway-effect.

      Added notes:

      "If cannabis were really a gateway and addictive drug under natural, non-criminalised use, then many traditionally cannabis-consuming peoples in world history would have perished because of it."

      Why is this kind of pacemaker function hardly or not at all available with alcohol, tobacco and other things in life? People might say that it is an entry into the black market and can therefore come into contact with other substances as well.

      Cannabis as a drug, or rather substance in itself does not tempt you to start or switch to other substances, let it be said!

      • Most people who like to drink beer do not necessarily (permanently) switch to »high-proof« spirits.
      • Even coffee drinkers do not always (permanently) switch over to »strong« black tea.

      What can be said, however, is that breast-milk is part of the “entry” into life, which is associated with a dependence on the body’s own cannabinoid-system and anandamide, which is close to THC.

      Hard and Soft Drugs:

      The distinction between 'soft' and 'hard' when it comes to drugs as a substance is scientifically utter nonsense. Substances are neither soft (harmless) nor hard (aggressive) in their effect.

      Rather, there are 'soft' (low doses) and 'hard' (high doses) forms of consumption or consumption patterns, and there are, regardless of whether it's alcohol, tobacco, cocaine or cannabis.


        🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

        “Cannabis is a gateway-drug that leads to addiction and »hard« drugs.”

        Untrue, most adults have used cannabis and haven't progressed onto other drugs, nor have they become “addicts”.

        Numerous USA Presidents have successfully used cannabis without any gateway-effect. [04.11.2021,Twitter].


          Verweise:

          Erstellt am: 10.11.2021,
          Bearbeitet: 15.10.2025.

          Schlagworte: Einstiegsdrogen-, Hypothese, These, Theorie; Umstieg, Umsteigen, Wechsel; Hart, Harte Stoffe, Weich, Weiche Substanzen; Substanzgebrauchsstörung; Muttermilch, Säugetier-Milch.

          Mythos #11: “Gehirnkrankheit”

          🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

          „Sucht ist eine Krankheit des Gehirnes.“

          Unwahr – ja, das Gehirn wird betroffen sein, aber der Verlust der Kontrolle über Drogen (ähnlich wie Internetsucht, Glücksspiel, übermäßiges Essen) hat viel mehr mit sozialen, psychologischen und Verhaltensfaktoren zu tun als mit jedem neurologischen oder physiologischen Defekt.

          Wenn Sucht eine Hirn-Erkrankung wäre, würden MRT’s in diagnostischen Untersuchungen verwendet, um Hinweise auf Suchteffekte zu zeigen, und chronische Sucht würde sich gleichmäßiger in der Gesellschaft verteilen.

          🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

          „Sucht ist eine Gehirnkrankheit“.

          Unwahr, ja, das Gehirn ist betroffen, aber der Kontrollverlust (ähnlich wie Internetsucht, Glücksspiel, übermäßiges Essen) hat mehr mit sozialen, psychologischen und Verhaltensfaktoren zu tun als mit neurologischen oder physiologischen Defekten.

          🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

          “Addiction is a brain disease”.

          Untrue, yes the brain will be affected, but the loss of control of drugs (similar to internet addiction, gambling, over-eating) has much more to do with social, psychological and behavioural factors than any neurological or physiological defect.

          If addiction was a brain disease, MRIs would be used in diagnostic assessments to show evidence of addiction, and chronic addiction would be spread more evenly across society.

          🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

          “Addiction is a brain disease”.

          Untrue, yes the brain is affected, but the loss of control (similar to internet addiction, gambling, over-eating) has more to do with social, psychological & behavioural factors than any neurological or physiological defect. [03.11.2021,Twitter].

          Erstellt am: 10.11.2021,
          Bearbeitet: 12.03.2022.

          Schlagworte: Zerebral, geistig, seelisch; Seele, Denkorgan, Denkapparat, Oberstübchen, graue Zellen; Hirn, Gehirn, Gehirnkrankheit; Neurologisch, Neurologie, Psyche, Psychologie, Psychiatrie; Physiologie; Substanzen; Substanzgebrauchsstörung.

          Mythos #10: “Verteilung”

          🇩🇪 Version von “Yo24hua / B. Gegenhuber” (Erweitert):

          „Sucht ist gleich verteilt in der Gesellschaft.“ (Drogenkonsum ist gleich Drogensucht).

          Substanz-Konsum ist in der Gesellschaft gleich verteilt, chronische Sucht, Abhängigkeit, bzw. „Substanzgebrauchsstörungen“ (SUD) jedoch nicht immer.

          Obwohl jeder betroffen sein kann, betrifft chronisch „problematischer Drogenkonsum“ (PDU) tendenziell überproportional diejenigen, die mit niedrigen sozioökonomischer Status (z.B.: minderer Bildung und geringes Einkommen) benachteiligt sind. Psychisch belastete Personen (z.B.: Opfer von traumatischer Misshandlung) können davon betroffen sein. Viele bestehende Risikofaktoren, so auch einhergehender Stress durch Leistungsdruck während der Lern-, Bildungsphase und beruflicher Arbeit etc., können bei psychisch vulnerabel (verletzlich), sensiblen bzw. empfindlich veranlagten Personen Einfluss darauf nehmen. Sowie diejenigen, die schon vor dem problematischen Drogenkonsum erhebliche Schwierigkeiten in ihren Leben hatten, neigen eher dazu „Störungen im Substanz-Gebrauch“ (SUD) zu entwickeln.

          Diesen Menschen fehlen oftmals die Ressourcen, Möglichkeiten und Unterstützung, um sich von ihren Problemen zu erholen sowie Ausgleich zu finden, was zu einer chronischen Sucht, bzw. Entwicklung einer Abhängigkeitserkrankung führen kann.

          Anmerkungen:

          Niemand sollte für dessen Konsumverhalten stigmatisiert (gebrandmarkt) werden, den jeder Mensch hat ein Recht darauf, gleichwertig behandelt zu werden. Man soll Substanzgebrauchsstörungen (SUD) auch als „Gleichberechtigung“ verstehen, die jeder haben darf. Dies ist das Prinzip der „Chancengleichheit“ in der Gesellschaft.

          🇩🇪 Version von “Yo24hua” aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

          „Sucht ist in der Gesellschaft gleich verteilt. (Drogenkonsum ist gleichbedeutend mit Drogensucht).

          Drogenkonsum ist in der Gesellschaft gleich verteilt, chronische Sucht jedoch nicht. Obwohl jeder betroffen sein kann, betrifft chronischer „problematischer Drogenkonsum“ (PDU) vergleichsweise überproportional Menschen mit Ungleichbehandlung und sonstigen Barrieren im Leben, die schon vor dem riskanten Drogenkonsum erhebliche Sorgen und Nöte hatten.

          Diesen Menschen fehlen die Ressourcen, Möglichkeiten und Unterstützung, um sich zu regenerieren, was zu einer dauerhaften Sucht führt.

          🇩🇪 Version von “Dr. F. P. Steinmetz” aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

          „Sucht ist in der Gesellschaft gleich verteilt.“ (Drogenkonsum ist mit Drogensucht identisch).

          Drogenkonsum ist in der Gesellschaft gleich verteilt, Abhängigkeiten (Substanzgebrauchsstörungen) nicht. Letztere treffen statistisch eher Menschen mit Traumata und anderweitigen Schwierigkeiten. [18.11.2021,Twitter].

          🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

          “Addiction is an equal opportunity employer.” (Drug use equals drug addiction).

          Drug use is an equal opportunity employer, but chronic addiction isn’t. While anyone can be affected, chronic “problematic drug use” (PDU) tends to disproportionately affect those with disadvantaged and damaged lives that had significant difficulties before PDU and these people lack the resources, opportunities and support to recover, resulting in chronic addiction.

          Added Notes:

          Nobody should be stigmatized (branded) for their consumption behavior, because everyone has the right to be treated equally. Substance use disorders (SUD) should also be understood as "equal rights" that everyone is allowed to have. This is the principle of "equal opportunity" in society.

          🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

          “Addiction is an equal opportunity employer.” (Drug-use is synonymous with drug-addiction).

          Drug use is an equal opportunity employer, but chronic addiction isn’t. Chronic problematic drug use disproportionately affects people who had difficult, disadvantaged and damaged lives before using drugs. [03.11.2021,Twitter].

          Verweise:

          Erstellt am: 10.11.2021,
          Bearbeitet: 11.06.2024.

          Persönliche Bemerkung: Die englische Satzbildung mit „equal opportunity” und „employer” ist ein recht markanter »Slang«. Hierfür sind gute Kenntnisse und kreative Übersetzung nötig.

          Schlagworte: Sucht, Süchtig, Süchtige, Süchtigen; Substanzgebrauchsstörung (SUD), Substanzgebrauchsstörungen; Menschenrechte; Chancengleichheit, Gleichberechtigung, Gleichheit; Psychologie, Psyche, Stress-Psychose; Substanzen.

          Mythos #05: “Sucht”

          🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Urfassung«:

          Regelmäßiger Drogenkonsum führt unweigerlich zur Sucht.”

          Unwahr – nur ein kleiner Teil der Konsumenten, die (illegale) Drogen gebrauchen, entwickelt eine Sucht, bzw. Substanzgebrauchsstörung (SUD) – ebenso wie bei der weit verbreiteten Droge Alkohol.

          Anmerkungen:

          Mit dem Vorurteil wird allerdings gesagt, dass: „Sucht ein Zustand sei, bei dem ein zunehmendes Wollen (Wunsch) nicht mit einer Zunahme des Mögens (Fähigkeit zur Kontrolle) über dieses Verlangen einhergeht“. [1/B, Bernhard Albrecht].

          Diese Sichtweise entspricht gängigen Theorien in der Suchtforschung, die Sucht als krankhaften Zustand, bzw. "Siechtum" darstellen, in dem das Verlangen nach einer Substanz oder einem Verhalten über die Fähigkeit, es zu kontrollieren, dominiert. – Die Aussage trägt jedoch insgesamt einen Hauch von Stigmatisierung in sich, die vermieden werden sollte. [#AI].

          Jeder darf von irgendetwas süchtig oder sogar abhängig sein, sei es von Familie, Freunden, Arbeit oder dessen Berufung – oder süchtig sein nach Hobbys, Fernsehen, Sport, Internet, Spiele, Liebe, Sex oder eben Medikamente. – Warum sollte dieses nicht auch für Substanzen (Drogen) gelten, die von anderen konsumiert werden?

          Die wenigsten Konsumenten möchten mit jemandem über Drogen sprechen, dessen Sätze mit „Drogen-Sucht“ beginnen! Hätte ein Ski-Fahrer Lust, mit Menschen über das Ski-Fahren zu reden, wenn der zweite Satz bereits mit „Kreuzbandriss“ beginnt? [1/A].

          🇩🇪 Version aus der 🇬🇧 »Tweet-Fassung«:

          „Regelmäßiger Drogenkonsum führt unweigerlich zur Sucht.“

          Falsch – nur ein geringer Teil der Menschen, die Drogen konsumieren, entfalten eine Sucht – genauso wie bei der weit verbreitetsten Droge Alkohol.

          🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

          “Regular drug use inevitably leads to addiction.”

          Untrue – only a small proportion of people who use drugs develop an addiction – just like the widely used drug alcohol.

          Added notes:

          However, the prejudice is that: “Addiction is a condition in which an increasing want (desire) is not accompanied by an increase in liking (ability to control) that desire.” [1/B, Bernhard Albrecht].

          This view corresponds to common theories in addiction research, which portray addiction as a pathological condition or "disease" in which the desire for a substance or behavior dominates over the ability to control it. – However, the statement overall carries a hint of stigmatization, that should be avoided. [#AI].

          Everyone is allowed to be addicted or even dependent on anything, be it family, friends, work, or their vocation – or be addicted to hobbies, television, sports, the Internet, games, love, sex, or even medication. Why shouldn't this also apply to substances (drugs) used by others?

          Very few consumer want to talk about drugs with someone whose sentences start with “drug-addiction”! Would a skier want to talk to people about skiing, if the second sentence starts with “torn-cruciate-ligament”? [1/A].

          🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

          “Regular drug use inevitably leads to addiction.”

          Untrue – only a small proportion of people who use drugs develop an addiction – just like the widely used drug alcohol. [03.11.2021,Twitter].

          Verweise:

          1. Inspiriert von: Dr. Fabian Pitter Steinmetz: "Ich möchte mit niemandem über Drogen-Konsum…" (11. Mai 2023).

          Erstellt am: 10.11.2021,
          Bearbeitet: 16.01.2026.

          Schlagworte: Sucht, Süchtig, Süchtige, Süchtigen; Substanzgebrauchsstörung (SUD), Substanzgebrauchsstörungen; "Drogen sind (für Unwissende und Prohibitionisten) nur das, was andere konsumieren", Substanzen.

          Mythos #02: “Nutzungsstörung”

          🇩🇪 Version aus den 🇬🇧 »Fassungen«

          Menschen, die Drogen konsumieren, leiden an einer Substanzgebrauchsstörung (SUD).”

          Unwahr – die überwiegende Mehrheit der Menschen, die Drogen konsumieren, tut dies rational, entspannend und vernünftig, aber leider verbinden wir Drogenkonsum mit problematischem Konsum.

          🇬🇧 Urfassung (Julian Buchanan):

          “People who use drugs are suffering from substance use disorder (SUD).”

          Untrue – the vast majority of people using drugs, do so rationally, recreationally and sensibly, but unfortunately we conflate drug use with problematic use.

          🇬🇧 Tweet-Fassung (Julian Buchanan):

          “People who use drugs are suffering from substance use disorder.”

          Untrue – the vast majority of people using drugs, do so rationally, recreationally and sensibly, but unfortunately we conflate drug use with problematic use. [03.11.2021,Twitter].

          Erstellt am: 10.11.2021,
          Bearbeitet: 16.01.2022.

          Schlagworte: Abhängigkeit, Abhängigkeiten; Substanzgebrauchsstörung (SUD), Substanzgebrauchsstörungen; Substanzen.